
Was versteht man unter Einkommenspolitik?
Unter der sogenannten Einkommenspolitik versteht man Maßnahmen in der Wirtschaftspolitik, die dazu dienen Verdienste wie Arbeitseinkommen, Zinsen oder auch Gewinne beeinflussen zu können. Solche Maßnahmen sollen angewendet werden, um die Entwicklung der Einkommen dahingegen zu fördern, dass die Preisstabilität nicht gefährdet wird. Sie wird durch den Standpunkt betrachtet, dass Anbieter ihre Macht am Markt gleich der zum Zeitpunkt herrschenden Lage der Konjunktur ausüben können. Ihre Marktmacht gestattet es ihnen so zum Beispiel die Preise für Unternehmer, aber auch Arbeitnehmer zu diktieren. Es gibt zwei Möglichkeiten für den Staat hier tätig zu werden: indirekt und direkt. Indirekte Maßnahme wäre es beispielsweise, die Situation am Markt positiv zu beeinflussen, indem man versucht den Wettbewerb zu erhalten und auch zu verbessern. Direkte Maßnahmen wären es, einen staatlichen Lohn- oder Preisstopp auszuhandeln. Dies ist aufgrund der in der Bundesrepublik herrschenden Tarifautonomie allerdings nicht so einfach umzusetzen. Der staatliche Mindestlohn, welcher 2015 in Deutschland eingeführt wurde, war eine solche direkte Maßnahme. Hier griff der Staat trotz der Tarifautonomie ein, um die Löhne zu stabilisieren. Der Mindestlohn ist die Lohnuntergrenze und darf nicht unterschritten werden, er beträgt 9,60 Euro (Stand 2021).
Einkommensverteilung
Die Verbesserung der Verteilung des Einkommens ist ebenso eines der Ziele der Einkommenspolitik. Dabei kann man Maßnahmen in der Wirtschafts- aber auch in der Sozialpolitik anwenden, um Entwicklungen in diesem Bereich zu erzielen. Ein Beispiel dafür wäre die Einführung einer Reichensteuer, bei der es sich um eine höhere Besteuerung wohlhabender Bürger handelt. Die reelle Lage sieht allerdings so aus, dass es keine ausgewogene Verteilung des Einkommens weltweit gibt. Auch in der Bundesrepublik Deutschland fällt diese Einkommensverteilung ungleich aus. Das obere Zehntel der Bevölkerung besitzt 23,3 Prozent des Gesamteinkommens und das untere Zehntel hingegen nur 3,2 Prozent (Stand 2016). Es zeigt sich zudem, das die Tendenz dafür steigt, da das Einkommen der Ärmeren seit 1991 gesunken ist und das der oberen Bevölkerungsschicht angestiegen ist.

