
Definition und Ablauf der Delphi-Methode
Bei der Delphi-Methode geht es um eine mehrstufige qualitative Befragungsmethode. Die Methode hat den Zweck das Wissen von mehreren Experten zusammenzulegen, um letztendlich zu einer Zukunftsprognose zu gelangen. Mit diesem Verfahren ist man überzeugt, dass Fachkräfte für ihren Bereich solide Auskünfte über zukünftige Entwicklungen nennen können. Auf der anderen Seite dürften mehrere Fachleute eine genauere Prognose abgeben können als ein einzelner Experte. Auf die Delphi-Methode wird dann zurückgegriffen, wenn zu wenig empirische Daten vorliegen, um eine Prognose machen zu können.
Eine anonyme Auswahl von Fachleuten bekommt eine schriftliche Befragung. Zuerst gibt jeder der Fachpersonen seine persönliche Beurteilung ab. Tritt der Fall ein, dass die Prognosen der Experten stark auseinanderklaffen, werden die gesammelten Prognosen den Fachleuten zur Verfügung gestellt, damit sie ihre persönliche Prognose anpassen können. Dieser Ablauf wird so lange wiederholt, bis das zuvor abgemachte Abbruchkriterium erreicht wird. Ein Kriterium könnte sein, einen gemeinsamen Nenner zu finden oder eine gewisse Stabilität der Meinungen zu erzielen.
Was sind die Erfolgsfaktoren?
Damit die Delphi-Methode zum Erfolg führt, ist es wichtig, dass die richtigen Leute mitmachen. Die ausgewählten Personen sollen möglichst unterschiedliche Betrachtungswinkel auf die Fragestellung haben. Zudem muss der Fragebogen so erstellt werden, dass keine relevanten Fragen übersehen werden. Die große Herausforderung ist die Motivation der Teilnehmer bei mehreren Anpassungsschleifen aufrechtzuerhalten. Letztendlich sollte stets die Anonymität der Beteiligten gewährleistet werden. Ansonsten könnte es zu unerwünschte Meinungsführereffekte kommen
Kritik an der Delphi-Methode
Ein Kritikpunkt dieser Methode ist, dass der Ablauf der Konsensbildung dazu führe, dass sich jene Fachleute durchsetzen, die besonders fest von ihrer Meinung überzeugt sind. Zudem könne nicht verhindert werden, dass Fachleute unter Umständen ihre wahre Beurteilung für sich behalten, um nicht anderen zu einem Vorteil zu verhelfen. Außerdem gibt es ein großes Fragezeichen, ob Experten durch ihr Wissen tatsächlich bessere Prognosen abgeben können.

