Eine Neuigkeit von Carsten Friebe art of modern management

Ahnungslose Abgeordnete: Rettungsschirm? "irgendwie teuer?"

Sehr geehrter Herr Friebe,

es ist eine Schande, wie wenig diese so genannten Volksvertreter wirklich wissen. In der Sendung Panorama vom 29. September 2011 zeigen sie ihre wahre Inkompetenz. Diese geballte Ansammlung von Ahnungslosigkeit trifft Entscheidungen, die noch Generationen nach uns ausbaden müssen.

Panorama:
„Hier in Berlin ging es heute um die Rettung des Euro. Eine große Entscheidung, eine folgenreiche. Man wollte nicht in der Haut der Abgeordneten stecken, denn es war vor allem eine schwierige Entscheidung. Und diese wollte das Parlament treffen, das haben die Abgeordneten durchgesetzt. Man sollte davon ausgehen, dass sich die allermeisten daraufhin auch intensiv damit beschäftigt haben. Aber dennoch ist Tamara Anthony und Johannes Edelhoff doch die eine oder andere Wissenslücke aufgefallen.“

Sehen Sie sich den kurzen Beitrag unter nachfolgendem Link bitte selbst an - es ist einfach unglaublich und klingt nach einem ganz schlechten Witz!

Link zur Sendung:
daserste.ndr.de/panorama/archiv/2011/rettungsschirm111.html

Wer das Ganze auch noch lesen möchte, der findet im Folgenden den Text zur Sendung:

Heute Morgen. Großer Presserummel im Bundestag. Viel Verantwortung für unsere Abgeordneten. Sie sollen jetzt den Euro retten.

Norbert Lammert, CDU Bundestagspräsident:
„Wir entscheiden über ein Projekt, das nicht wenige für das wichtigste einzelne Gesetzgebungsvorhaben dieser Legislaturperiode halten.“

Dann werden die Fakten ja sitzen. Zum Beispiel wie viel Geld für Deutschland auf dem Spiel steht. Eine kleine Umfrage – bei den Abgeordneten aller Fraktionen und Ausschüsse:
O-Ton Panorama:
„Wie hoch ist denn der deutsche Anteil an den Kreditbürgschaften?“

O-Ton Aydan Özoguz, SPD-Bundestagsabgeordnete:
„Na ja, wir haben im Moment, äh..., nein, ich möchte dazu lieber nichts sagen.“

O-Ton Panorama:
„Wie hoch ist dieser Anteil?“

O-Ton Günter Gloser, SPD-Bundestagsabgeordneter:
„Kann ich jetzt momentan nicht genau sagen.“
O-Ton Panorama:
„Ungefähr, geschätzt?“
Grübelt überlegt.

O-Ton Kathrin Vogler, Die LINKE, Bundestagsabgeordnete:
„Das hab‘ ich jetzt nicht auf dem Schirm.“

O-Ton Panorama:
„...so grob?“
O-Ton Gabriele Fograscher, SPD-Bundestagsabgeordnete:
„Nee, kann ich Ihnen jetzt im Detail nicht sagen.“

O-Ton Panorama:
„Ungefähr?“

O-Ton Gabriele Fograscher, SPD-Bundestagsabgeordnete:
„Nee, ...Milliarden?“ (lacht)
Genau, es sind 211 Milliarden.

O-Ton Panorama:
„Wie viel genau?“

O-Ton Albert Rupprecht CSU-Bundestagsabgeordneter:
„250? 240? Okay?“

O-Ton Frank Schwabe, SPD-Bundestagsabgeordneter:
„Über 200 Milliarden sind es, nicht (?) - mit denen wir dabei sind.“

O-Ton Panorama:
„Und wie viel genau?“

O-Ton Frank Schwabe, SPD-Bundestagsabgeordneter:
„211?“

O-Ton Panorama:
„Gut!“

O-Ton Frank Schwabe, SPD-Bundestagsabgeordneter:
L acht: „Hab‘ ich Glück gehabt!“

Immerhin, einige haben es dann doch gewusst. Aber beileibe nicht alle.
Plenardebatte. Kurz vor der Abstimmung über die Aufstockung des Rettungsschirms. Schon aus dem alten Rettungsschirm wurde Geld vergeben. Milliarden. An Irland und Portugal.

O-Ton Panorama:
„An wen wurden schon Kredite vergeben vom EFSF-Rettungsschirm?“

O-Ton Detlef Seif, CDU-Bundestagsabgeordneter:
„Ich kann Ihnen das jetzt nicht genau auf den Euro sagen.“

O-Ton Panorama:
„Und an welche Länder?“

O-Ton Detlef Seif, CDU-Bundestagsabgeordneter:
„....... Könnten Sie da mal einen Cut machen?“

O-Ton Norbert Geis, CSU-Bundestagsabgeordneter:
„Ich kann jetzt nicht genau sagen, ob da Kredite ausgezahlt worden sind schon vom EFSF. Ja? (guckt nach rechts zu einem Mitarbeiter). An wen?“
Mitarbeiter:
„An Griechenland.“
O-Ton Norbert Geis, CSU-Bundestagsabgeordneter:
„Ja, aber die sind an sich bilateral, hm.“

O-Ton Panorama:
„Also, an wen ist schon was geflossen?“

O-Ton Hans-Joachim Hacker, SPD-Bundestagsabgeordneter:
“Ja, mein ich, an Griechenland. Die haben an Italien und Portugal, meine ich, nicht gezahlt.“

O-Ton Panorama:
„Es waren Irland und Portugal.“

O-Ton Hans-Joachim Hacker, SPD-Bundestagsabgeordneter:
„Irland und Portugal...“ (nickt)

Die Abgeordneten holen ihre Stimmkarten. Allen hier ist jetzt bewusst:Es geht um die Rettung. Aber wer alles soll eigentlich gerettet werden?

O-Ton Panorama:
„Können denn auch Banken mit dem EFSF-Rettungsschirm gerettet werden?“
(richtige Antwort ist „ja“)

O-Ton Carsten Sieling, SPD-Bundestagsabgeordneter:
„Das ist nicht vorgesehen.“

O-Ton Norbert Geis, CSU-Bundestagsabgeordneter:
„Kann, kann sein, dass Banken gerettet werden, wenn’s notwendig ist. Das stimmt doch, ne, ja?“ (lacht)

Schön, dass das Parlament beim Rettungsschirm das letzte Wort haben will.Abstimmt nach bestem Wissen und Gewissen. Nur das Wissen könnte man noch ausbauen.
Quelle: daserste.de

Fazit:
In unserem Land stimmen wirklich die Ahnungslosen für die mittlerweile Willenlosen ab.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen "glänzende Geschäfte"
Carsten Friebe

Erstellt am 31.10.2011 von

Unsere Website verwendet Cookies. Nähere Informationen, auch dazu, wie Sie das künftig verhindern können, finden Sie hier: Informationen zum Datenschutz

Hinweis verbergen