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Kurzübersicht

Symbole prägen Markenkommunikation durch sofortige Assoziationen.

Die Verwendung von Symbolen erleichtert die Markenkommunikation, indem sie sofortige Assoziationen und emotionale Bedeutungen erzeugt. Marken benötigen einprägsame Symbole, die die Essenz ihrer Identität vermitteln und die Aufmerksamkeit der Verbraucher fesseln.

  • Symbole lösen Emotionen aus und vereinfachen komplexe Informationen.
  • Ein starkes Logo trägt zur Wiedererkennung und emotionalen Bindung bei.
  • Die historische Bedeutung von Symbolen beeinflusst Kaufverhalten und Identität.
Die Symbolik kommuniziert mithilfe von Schlüsselbildern, durch die sich uns der Kern einer Botschaft in Sekundenbruchteilen erschließt. Das rote Ampelmännchen steht für Stopp, das grüne für Go. Haben wir solche Symbole erst mal gelernt, ist Markenkommunikation plötzlich ganz leicht.

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Wie Symbole unsere Aufmerksamkeit fesseln

Erinnerst du dich? Im Juli 2015 flog die Sonde „New Horizons“ am Zwergplaneten Pluto vorbei. Was dich wohl am meisten verzaubert hat, war die herzförmige Oberflächenstruktur in der Ferne unseres eigenen Sonnensystems. Es war auch das erste Foto, das die NASA veröffentlicht hat. Im Universum gibt es also Liebe – sogar für dich!

Symbole lassen bei dir automatisch Assoziationen entstehen. Denk mal an die Markenwelt: die lila Kuh von Milka, die drei Streifen von Adidas, das „Swoosh“ von Nike, der „Golden Arch“ von McDonald’s oder das Krokodil von Lacoste. In der Online-Welt funktioniert das genauso: das kunterbunte Google-G, der blaue Twitter-Vogel, das Facebook-F – du weißt sofort, worum es geht.

Unser Gehirn: ein großartiger Mustererkenner

Schon mal darüber nachgedacht, warum du sofort erkennst, was ein Symbol bedeutet, oder warum dir manche Bilder einfach im Gedächtnis bleiben? Genau das liegt an deinem Gehirn – diesem genialen Organ, das ständig Muster sucht und alles sortiert, was auf dich einprasselt.

  • Symbole lösen Emotionen aus: Sie funktionieren wie Schlüsselbilder und können in deinem Kopf ganze Geschichten reproduzieren.
  • Selektive Wahrnehmung: Unser Gehirn ist darauf programmiert, die Komplexität der Welt zu reduzieren. Es nimmt nicht alles auf, sondern filtert das Wesentliche heraus. Wer hungrig ist, sieht lauter Restaurants, wer satt ist, dem fallen sie gar nicht auf.
  • Mustererkennung als Code: Unsere Sinne durchforsten die Außenwelt nach relevanten Reizen, wobei das Gehirn Muster erkennt und diese zu Codes macht. Eine der größten Fähigkeiten des Gehirns ist es, diese Muster zu deuten.
  • Beispiele aus der Praxis: Wenn wir in die Wolken schauen oder Tropfsteinhöhlen betrachten, suchen wir automatisch nach Ähnlichkeiten mit Menschen, Tieren oder vertrauten Symbolen. Sogar die Rorschach-Tintenkleckstests nutzten diesen Drang zur Mustererkennung, um Psychogramme zu erstellen.

Marken brauchen ein unverwechselbares Symbol

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, warum manche Logos sofort wiedererkannt werden und andere kaum auffallen? Ein starkes Symbol kann oft mehr sagen als tausend Worte und ist ein zentraler Baustein jeder erfolgreichen Marke.

Marken benötigen nicht nur ein einheitliches Erscheinungsbild, einen einprägsamen Claim oder ein akustisches Erkennungssignal. Sie brauchen vor allem ein unverwechselbares Symbol – ein Logo, das auf den ersten Blick erkennbar ist und im Gedächtnis bleibt.

Historische Wurzeln von Symbolen

Die Logos auf unseren heutigen Kleidungsstücken erinnern an die Brandzeichen der Rinder, die Orden der Würdenträger, die Wappen der Städte oder die Fahnen der Heere von früher. Symbole hatten schon immer die Funktion, Zugehörigkeit, Status und Identität sichtbar zu machen.

Logos als soziale Marker

Mit einem passenden Logo signalisiert man, dass man zum „richtigen“, also angesagten Stamm gehört. Logos helfen dabei, Freund von Feind zu unterscheiden, Status zu zeigen, Mitglieder anderer Gruppen auszuschließen oder sich von weniger Privilegierten abzugrenzen. Sie fungieren als Persönlichkeitsmarker – manchmal verraten sie sogar etwas über unsere aktuelle Stimmung oder Verfassung.

Was das Logo von Apple uns alles erzählt

Das Markenzeichen von Apple, der silberne Apfel, sticht unter den Logos besonders hervor. Es steckt eine Menge Bedeutung hinter diesem Symbol, die man decodieren kann.

Bedeutungsebenen des Apple-Logos

Logo-ElementSymbolikWirkung
ApfelGesundheit, Gutes, VerführungPositives, erstrebenswertes Image
Silberne FarbeFortschritt, Hochwertigkeit, TechnologieModern, edel, innovativ
Geschwungene LinienWeichheit, Verspieltheit, EinfachheitSympathisch, zugänglich, kreativ
Abgebissener ApfelAktivität, Aggressivität, OffenheitDynamik, Zukunftsorientierung, Kreativität

Kreativitätsfördernd: Der angebissene Apfel aktiviert nachweislich die Kreativität, wie Experimente der Duke-Universität zeigen. Kein Wunder also, dass Apple-Geräte besonders in der Kreativbranche beliebt sind.

Logos sollten eher horizontal ausgelegt sein

Unsere Augen sind horizontal angelegt, deshalb lassen sich breite Logos schneller erfassen als hohe. Außerdem nehmen wir Bildhaftes schneller wahr als Abstraktes.

Ein Logo sollte im Idealfall die Essenz einer Marke vermitteln

Ein perfektes Beispiel dafür ist TUI: Die drei Buchstaben formen gleichzeitig einen lächelnden Mund. Das macht die Marke menschlich, sympathisch und greifbar – und hebt sie deutlich aus dem Einheitsbrei anderer Reiseveranstaltermarken hervor.

Die Wirkung kann sogar schon Kinder begeistern

Auf einem Kongress erzählte ein stolzer Vater, dass seine knapp zweijährige Tochter beim Stadtbummel mit den Worten „Papa, Urlaub!“ auf ein TUI-Logo zeigte. TUI als Synonym für Urlaub – eine kleine Geschichte, die sicher auch dem Management in Hannover gefallen dürfte.

Die Symbolik finden, die im Kern eines Produktes schlummert

Auch Objekte können symbolischen Charakter haben. So scheint zum Beispiel die Beziehung vieler Frauen zu Schuhen besonders intensiv zu sein. Tiefenpsychologisch betrachtet, so Ines Imdahl vom Rheingold Institut in Köln, stellen sie „Weggefährten“ dar: Sie begleiten uns auf schwierigen oder steinigen Pfaden und spiegeln wider, wie Frauen durchs Leben gehen wollen – bodenständig oder abgehoben.

Studien zeigen sogar: Frauen, die viele Schuhe besitzen, erleben engere Partnerschaften und größere Treue. Und Männer? Sie lieben Frauen in hochhackigen Schuhen – damit wir ihnen nicht davonlaufen können.

Symbolik in der Produktkommunikation In der Kommunikation gilt es, die Symbolik zu erkennen, die tief im Kern unserer Produkte schlummert. Beispiele:

  1. Autos: die modernen Reittiere des Mannes
  2. Krawatte: seine Keule, die zugeknöpfte Weste sein Panzer
  3. Fußballspielen: die Jagd nach dem „Kugeltier“
  4. Große Damenhandtaschen: Ersatz für den männlichen Begleitschutz
  5. Chipskauen: das Berstenlassen der Probleme des Tages
  6. Schokolade genießen: Kuscheln mit sich selbst
  7. Putzwahn: Befreiung vom Bösen
  8. Mülleimer raustragen: die homöopathische Dosis Alltagspflicht

So wird deutlich: Produkte sind oft Träger tiefer, emotionaler Bedeutungen, die weit über ihren praktischen Nutzen hinausgehen.

Fazit: Symbole lenken Aufmerksamkeit und schaffen starke Marken

Symbole sind mehr als bloße Bilder – sie sind emotionale Schlüssel, die unser Gehirn sofort erkennt, interpretiert und mit Geschichten verbindet. Ob Logos wie Apple oder TUI, bekannte Markenikonen oder Alltagsgegenstände – sie wirken auf mehreren Ebenen: Sie vereinfachen komplexe Informationen, erzeugen Wiedererkennung, vermitteln Status, Identität und Zugehörigkeit und lösen Emotionen aus. Wer die Symbolik im Kern eines Produkts versteht, kann Markenkommunikation deutlich wirksamer gestalten und Produkte tief emotional aufladen.

FAQ zum Thema Kommunikation

Was macht ein Symbol für unser Gehirn so besonders?

Symbole funktionieren wie Schlüsselbilder, die automatisch Assoziationen auslösen. Unser Gehirn erkennt Muster, filtert Reize und speichert besonders prägnante Symbole schnell im Gedächtnis.

Warum sind Logos für Marken so wichtig?

Ein starkes Logo ist mehr als ein Bild: Es vermittelt die Essenz einer Marke, sorgt für Wiedererkennung und kann emotionale Bindung erzeugen. Es signalisiert Zugehörigkeit, Status und Identität.

Welche Rolle spielt die Historie von Symbolen?

Symbole begleiten die Menschheit seit Jahrhunderten – von Brandzeichen und Wappen bis zu modernen Logos. Sie dienen dazu, Gruppen zu markieren, Status zu zeigen und Identität sichtbar zu machen.

Wie beeinflussen Symbole unser Kaufverhalten?

Symbole aktivieren emotionale Codes im Gehirn. Sie erzeugen positive Assoziationen, können Kreativität fördern und beeinflussen, wie wir Produkte wahrnehmen und auswählen.

Gibt es Beispiele für besonders wirkungsvolle Logos?

Ja, z. B. Apple: Der angebissene Apfel signalisiert Kreativität, Innovation und Qualität. TUI nutzt die Buchstaben als lächelnden Mund, was Sympathie und menschliche Nähe vermittelt.

Gastautorin Anne M. Schüller

M. Schüller ist Keynote-Speakerin, mehrfach preisgekrönte Bestsellerautorin und Businesscoach. Die Diplom-Betriebswirtin gilt als Europas führende Expertin für das Empfehlungsmarketing und das Touchpoint Management. Sie zählt zu den gefragtesten Referenten im deutschsprachigen Raum. 2015 wurde sie in die Hall of Fame der German Speakers Association aufgenommen. Zu ihrem Kundenkreis zählt die Elite der Wirtschaft.

Ihr Buch zum Thema heißt Touch.Point.Sieg und ihre Weiterbildung Kundenmanagement: Ausbildung zum zertifizierten Customer Touchpoint Manager, vom 26. bis 28. August 2016 in München, richtet sich vor allem an ambitionierte Mitarbeiter aus den Bereichen Marketing und Kundenservice, die mithilfe dieser Zusatzqualifikation die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Arbeitgeber sichern wollen.

www.anneschueller.de