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Kurzübersicht

Schlaf als Schlüssel zum unternehmerischen Erfolg wird zunehmend anerkannt.

Frühere Ansichten bei Führungskräften, dass wenig Schlaf zum Erfolg führt, weichen einem Umdenken. Ausreichender Schlaf wird heute als notwendig für die Gesundheit und betriebliche Leistung verstanden, da Schlafmangel zu Fehlern, erhöhter Risikobereitschaft und sozialen Kompetenzverlust führt.

  • Wandel in der Wahrnehmung von Schlaf bei Managern und Mitarbeitern.
  • Schlafmangel fördert Fehler und unüberlegte Entscheidungen.
  • Hochwertiger Schlaf und Erholungspausen steigern die Leistungsfähigkeit.

Noch vor fünf bis zehn Jahren las man in den Wirtschaftsmagazinen und vor allem in den sozialen Medien und in diversen White Books von erfolgreichen Top-Managern, dass sie mit nur 3 bis 4 Stunden Schlaf pro Nacht auskommen. Das wäre das Geheimnis ihres Erfolges. Wer rastet, rostet. Wer schläft, verpasst etwas. Wer ruht, wird überholt. All diese Sätze könnten auf diese Prämisse des Erfolges passen. Doch heute wird diese Sicht nach und nach verdrängt. Schlaf wird nicht mehr als notwendiges Übel auf dem Weg zum wachsenden Unternehmen gesehen, sondern Schlaf, und zwar ausreichend Schlaf, ist der Schlüssel für den unternehmerischen Erfolg. Warum guter Schlaf für Manager und Belegschaft so wichtig ist, wollen wir in diesem Beitrag in aller Kürze betrachten. 

Vom Imagewandel im Management 

Früher gehörte zu den zehn Zeitfressern, die Führungskräfte vermeiden, der Schlaf dazu. Noch vor 10 bis 15 Jahren berichteten erfolgreiche Führungskräfte, dass die Reduzierung des Schlafes der Schlüssel zum Erfolg ist. Elon Musk gehört zu den prominentesten unter diesen Schlafentzugsbefürwortern, die es auch heute noch gibt, aber sie werden weniger. 
 
Die alte Generation der Top-Manager mit ihren Regeln und Prämissen wird verdrängt von den Jungen. Von denen, die neue Ideen haben, die wieder mehr auf die Gesundheit achten, die das Prinzip Work-Life-Balance nicht nur gelesen haben, sondern es leben. Dieses Umdenken zeigt sich sowohl in den Kreisen der Mitarbeitenden als auch in den Führungsriegen. Bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeitenden und in der neuen Führungskultur sowie den neuen Ansprüchen und Forderungen an die Führungsperson selbst ist dieser Wandel deutlich spürbar. 

Zu wenig Schlaf macht krank und führt zu Fehlern 

Sogar ältere Führungskräfte, die früher auf die "wenig-Schlaf-Formel" gesetzt hatten, denken um. Teils wie die Gründerin der Huffington Post, weil sie nach vielen Jahren mit zu wenig Schlaf zusammenbrachen, teils wie der Gründer von Amazon, weil sie einfach ausgeruhter sind und mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben wie die Familie haben. Wer es nicht am eigenen Leib erfahren hat, kann es in vielen wissenschaftlichen Studien nachlesen: Zu wenig Schlaf macht krank. 
 
Zudem führt die Übermüdung dazu, dass man unkonzentriert ist, Fehler macht und falsche Entscheidungen trifft. Während Donald Trump bekennender Weise weiterhin nur vier Stunden am Tag schläft, gibt beispielsweise Bill Clinton zu, dass er jeden wichtigen Fehler in seinem Leben gemacht hat, als er übermüdet war. Zu wenig Schlaf führt zu Unaufmerksamkeit, erhöht das Risiko für Krankheiten und macht sogar unfreundlich. 

Zu wenig Schlaf erhöht die Risikobereitschaft 

Eine Studie an der Universität Zürich unter der Leitung von Professor Christian Baumann fand heraus, dass dauerhaft zu wenig Schlaf die Risikobereitschaft erhöht. Die Studie wurde mit 14 Studenten und Studentinnen durchgeführt. Eine Woche lang durften die Studienteilnehmer nur 5 Stunden pro Nacht schlafen. Zweimal am Tag mussten sie dann Entscheidungen treffen. Es ging darum, ob man lieber einen kleinen Geldbetrag sofort bekommen will, oder um einen größeren wetten möchte. Während die erste kurze Nacht nicht zu besonderen Veränderungen im Verhakten führte, zeigten 11 der 14 Teilnehmenden nach einer Woche kurzem Nachtschlaf erhöhte Risikobereitschaft und entschieden sich für das Wetten. Das bedeutet, auf Führungskräfte angewandt, dass zu Müdigkeit dazu führt, dass die Konsequenzen von Handlungen und Entscheidungen nicht mehr so stark wahrgenommen werden, als wenn man ausgeschlafen an die Entscheidung geht. 
 
Die Veränderung des Verhaltens konnte mit einer veränderten Hirnaktivität im präfrontalen Kortex erklärt werden. Das bedeutet, dass die erhöhte Risikobereitschaft in Zusammenhang mit, der nicht ausreichenden Erholung des Hirnareals stehen könnte. 

Zu wenig Schlaf reduziert die sozialen Kompetenzen 

Bekommen Menschen zu wenig Schlaf leidet auch die Empathie, es mangelt an Unterstützung anderer und Lebensfreude. Das hat unter anderem eine Studie an 20 jungen Menschen im Schlaflabor ergeben. Nach einer Nacht ohne Schlaf und einer mit ausreichend acht Stunden Schlaf füllten die Studienteilnehmenden Fragebögen zur Hilfsbereitschaft aus. Es zeigt sich, dass nach der Nacht ohne Schlaf die Hilfsbereitschaft deutlich geringer war. Diesen ersten Eindruck durch den Fragebogen bekräftigten dann noch zwei weitere Teile der Studie, die konkretes Verhalten beobachteten. 
 
Zum einen wurden die Ergebnisse der Fragebögen zur Hilfsbereitschaft durch weiteren 170 Menschen, die an einer Online-Schlafstudie mit Schlaftagebuch und Fragebögen teilnahmen, bestätigt. Zum anderen ist in jedem Jahr zu beobachten, dass die Spendenbereitschaft von Bürgern und Bürgerinnen in den USA regelmäßig nach der Zeitumstellung auf Sommerzeit ab. 
 
Für Führungskräfte bedeuten diese Erkenntnisse um die sinkende Hilfsbereitschaft, dass sie ihre „schlechte Laune“ auf die Mitarbeiterschaft übertragen, kaum positive Resonanz geben und an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden vorbei, Forderungen im Arbeitsalltag stellen. 

Die Qualität des Schlafes - Gesunder und tiefer Schlaf ist wichtig 

Nun klagen viele Führungskräfte darüber, dass sie zwar gern mehr schlafen würden, aber nicht können. Schon im Jahr 2016 zeigte eine Befragung unter 1000 Managern und Managerinnen in Deutschland, dass mehr als die Hälfte Schlafprobleme haben. Nicht immer ist das Problem in der Dauer des Schlafes zu finden. Empfohlen sind hier normalerweise zwischen sieben und acht Stunden, Kurzschläfern (sehr selten) reichen sechs Stunden, Langschläfer (häufiger verbreitet) brauchen neun Stunden. 
 
Wichtig für einen gesunden Schlaf sind ausreichend lange und tiefe REM-Phasen. Um diese zu erreichen ist ein gutes und bequemes Bett zu bekommen wichtig. Dabei kommt es vor allem auf eine gute Matratze und ein für die Schläfer optimales Kopfkissen an. Auch bei der Wahl des Lattenrostes sollte man beim Bettenkauf achten. Am besten ist es, in einem guten Fachgeschäft zu kaufen und sich umfangreich beraten zu lassen. Zum guten Service beim Bettenkauf gehört auch das Ausmessen des Körpers, die Betrachtung der Liegeposition und ein ausreichend langes Probeliegen. 
 
Aber auch Routinen vor dem Einschlafen. Immer zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen hilft, ebenso der Verzicht auf Koffein und Alkohol vor dem Zu-Bett-Gehen. Überdies ist eine ausreichende Belüftung des Schlafzimmers notwendig. Wer Routinen ausbildet, auf ein gutes Bett, ein gutes Schlafklima und auf nicht zu schwere Kost vor dem Schlafengehen achtet, kann auf Medikamente verzichten und wird auf Dauer nachhaltig besser schlafen. 
 
Noch mehr Tipps für einen gesunden Schlaf und zu den Ursachen für Schlafstörungen gibt es zum Beispiel in der Studie der Techniker Krankenkasse „Schlaf gut, Deutschland“ von 2017.

Erholungspausen sind kein Zeichen von Schwäche 

Es zeigt sich in den letzten Jahren aber auch, dass nicht nur der gesunde und ausreichend lange Nachtschlaf für Führungskräfte wichtig ist. Die Zeiten, in denen ein Nickerchen im Flieger, in der Mittagspause im Ruheraum auf einem bequemen Bett oder auch im Lounge-Bereich in der modern ausgestatteten Firma ein Zeichen von Schwäche war, sind längst vorbei. Während Elon Musk noch heute von seinen Mitarbeitenden genau das verlangt, was er selbst lebt, nämlich wenig Schlaf und stetige Einsatzbereitschaft, haben andere längst erkannt, dass ein Power-Nap die Leistungsfähigkeit erhöhen kann.