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Kulturell bedingtes Zeitverständnis

Kulturell bedingtes Zeitverständnis

Menschen gehen unterschiedlich mit „Zeit“ um. Manche „rennen“ mit der Uhr um die Wette, andere wirken lahm und langsam, manche sind immer gemütlich, wieder andere haben immer „keine Zeit“. Dies sind individuelle Aspekte, die mit der Persönlichkeit in Verbindung stehen.

Im interkulturellen Kontext prägen grundsätzlich einige Rahmenbedingungen den Umgang mit und das Verständnis von „Zeit“. Dazu gehört z.B. das Klima. Bei 35°C oder gar über 40°C wird man sich eher nicht schnell bewegen, und man ist nicht so geneigt, zum nächsten Termin zu hetzen. Jahreszeiten bilden einen natürlichen Takt der Zeit, Frühling, Sommer, Herbst und Winter, Regenzeit und Trockenzeit oder eben Gleichförmigkeit.

Welcher Wert wird der Zeit beigemessen? „Zeit ist Geld“ ist ein Sprichwort; ein anderes lautet dagegen: „Wir haben von nichts mehr als von der Zeit.“ Die „innere Uhr“ tickt unaufhörlich. Was passiert denn am Ende unserer Lebenszeit? Geht diese dann in die Ewigkeit über, oder folgt eine neue Lebenszeit in einer anderen Haut, einem anderen äußeren Erscheinungsbild, also eine Wiedergeburt? Wasser fließt in einem unendlichen Kreislauf, wie zeitlos. Deshalb die Taufe, das Bad im Ganges und die Asche im Ozean. So prägt die Religion das Verständnis von Zeit.

Wie sieht es aus mit Traditionen? Sind die „althergebrachten Werte“, wie sie schon immer gegolten haben, wichtig für das gesellschaftliche Zusammenleben? Oder ändert man auch mal etwas? Wonach richten sich gesellschaftliche Veränderungen bzw. das unbedingte Beibehalten von „alten“ Werten? Wovon versprechen sich die Mitglieder einer Gesellschaft mehr Vorteile, von Veränderungen oder vom unbedingten Festhalten am „Alten“, auch wenn schon „eine neue Zeit“ angebrochen ist?

„Germany – die always-on-time-guarantee“: In Deutschland ist man pünktlich, d.h. „3 Uhr“ ist tatsächlich „3 Uhr“ und nicht erst 3.30 h. Das sieht sogar die Deutsche Bahn AG so und müht sich oftmals, „deutsch“ zu sein. Allerdings haben „wir“ in Deutschland auch die sog. „Akademiker-Viertelstunde“ als Privileg, denn für „unakademische“ Maschinen-Laufzeiten kann sie nicht gelten.

Die „innere Uhr“ vieler Menschen in Deutschland ist eng getaktet, monochron, d.h. sie erledigen eine Sache nach der anderen und in kompakter, strukturierter Arbeitsweise. Bei sog. polychronem Zeitverständnis hingegen werden die Dinge alle gleichzeitig erledigt, was bei monochron geprägten Menschen eher die Assoziation von Chaos hervorruft. Polychrone Personen kommen aber auch zum Ziel, was man in internationalen Teams immer wieder mit Staunen beobachten kann: Während die „Monochronen“ sich noch über das vermeintliche „Chaos“ der „Polychronen“ aufregen, sind diese trotz des Chaos oder gerade deshalb schon auf der Zielgeraden angekommen und mit der Aufgabenerledigung schneller fertig als die grüblerisch wirkenden „Monochronen“, die in ihrer Zielgerichtetheit sich ständig neu in kleinen Fallen am Wegesrand der Aufgabenerledigung verfangen, wenig Kreativität zeigen und sich nur zögerlich neuen Wegen zuwenden.

Erstellt am 13.02.2018 von

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