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Wirtschafts-Lexikon

Abgeleitete Nachfrage

Was ist die abgeleitete Nachfrage?

Der ökonomische Fachbegriff „abgeleitete Nachfrage“ wurde erstmalig 1890 von dem Wirtschaftswissenschaftler Alfred Marshall geprägt. Dieser Terminus bezieht sich dabei insbesondere auf die Nachfrage nach Produktionsfaktoren. Solche wirtschaftsrelevanten Produktionsfaktoren sind zum Beispiel Maschinen, Halbzeuge abgeleitete nachfrageund andere für die Produktion notwendige Zulieferungen sowie nicht zuletzt auch entsprechend qualifizierte Arbeitskräfte. Hierbei werden diese essenziellen Multiplikatoren einer effektiven gewerblichen Wirtschaftsführung allerdings nicht um ihrer selbst willen begehrt, sondern weil sie in erster Linie Güter erzeugen oder Dienstleistungen ermöglichen, die von zahlreichen Endverbrauchern bzw. Konsumenten in ganz erheblicher Weise verlangt oder nachgefragt werden. Die Nachfrage hinsichtlich relevanter Produktionsfaktoren resultiert somit primär aus der Kaufbereitschaft der Endverbraucher und nicht etwa vorrangig aus allein betriebswirtschaftlichen oder technologischen Sachzwängen der gewerblichen Produktion an sich. Damit ist diese nicht unmittelbar in den Erfordernissen der Produktion angesiedelte Nachfrage direkt aus dem Kaufinteresse der potenziellen Verbraucher abgeleitet. Deshalb spricht man in der Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre hier nun auch von einer abgeleiteten Nachfrage.

Die derivate Nachfrage näher betrachtet

Die in der einschlägigen Ökonomie auch „derivative Nachfrage“ genannte abgeleitete Nachfrage ist, wie bereits festgestellt wurde, das Verlangen nach relevanten Produktionsfaktoren und hoch qualifizierten Fachkräften, das hierbei unmittelbar auf den Absatzmarkt fokussiert ist. Diese spezifische Faktornachfrage ergibt sich somit primär aus der finalen Kaufbereitschaft bzw. dem Kaufinteresse der Endverbraucher ganz am Schluss der gesamten betriebswirtschaftlichen Absatz- und Marketingkette. Etwas zugespitzt formuliert, stehen durch die derivative Nachfrage viele produzierende Wirtschaftsunternehmen sozusagen unter dem Sachzwang, sich noch mehr Zulieferprodukte und andere innovative Produktionsfaktoren (wie beispielsweise einen technologisch hochgradig modernen Maschinenpark) auf dem Markt zu „besorgen“. Bei einer florierenden Binnen- oder Außenwirtschaft hat diese betriebswirtschaftliche Anpassungsstrategie, die ursächlich aus einer abgeleiteten Nachfrage hervorgeht, dabei auch das Ziel, die nunmehr entstehende produktions- und absatzrelevante Nachfrage im eigenen gewerblichen Produktionsbereich umfassend abzusättigen.