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Wirtschafts-Lexikon

Abgeld

Abgeld – Was ist das?

Das Abgeld, welches auch häufiger Disagio oder bei Krediten Damnum genannt wird, ist der Differenzbetrag, meist in Prozent, zwischen dem später voll zurückzuzahlenden Betrag eines Darlehens und dem an den Kreditnehmer eigentlichen ausgezahlten Betrag. Das Gegenteil wäre das Aufgeld oder auch Agio genannt. Das heißt, wenn ein Kredit nicht mit der vollen Summe ausgezahlt wird, ist die Differenz zwischen dem Auszahlungsbetrag und dem Rückzahlungsbetrag das Damnum. Neben den Zinsen stellt das Disagio ein zusätzliches Entgelt für die Gewährung des Kredits dar. Es hat sowohl die Funktion vorausbezahlter Gebühren als auch die Funktion von Provisionen, die bei Vertragsabschluss entstehen.

Beispiel: Bei einem Kredit im Nennwert von 100.000 Euro ist ein Disagio von 10% vereinbart worden. Der Kreditgeber zahlt dann an den Kreditnehmer nur einen Betrag von 90.000 Euro aus. Der Kreditnehmer zahlt indes abgeldden vollen, verzinsten Betrag von 100.000 Euro zurück. Somit kann das Disagio als vorausbezahlte Zinsen interpretiert werden, welches dann auch zu einer Minderung der laufenden Zinszahlungen führen kann.

Besonders häufig tritt das Damnum bei Hypotheken auf. Dabei ist die Höhe des Disagios abhängig vom Zinsniveau der Laufzeit und dem Rang der Hypothek oder auf dem Kapitalmarkt. Ein Buch führender Unternehmer darf das Darlehensabgeld im Jahr der Kreditaufnahme jedoch nicht als Betriebsausgabe aufführen. Stattdessen muss er es auf die voraussichtliche Laufzeit des Darlehens verteilen. Mit einem professionellen Darlehensrechner behalten Sie immer den Überblick über Ihre Finanzierung.

Abgeld in der Börse

Beim Handel mit Wertpapieren / Aktien ist das Abgeld der Betrag, der den Unterschied zwischen Börsenkurs (beispielsweise einer geschlossenen Länderfondsaktie) und Nennwert angibt. In Deutschland ist eine Emission von Aktien mit Abgeld nicht zulässig, bei festverzinslichen Wertpapieren jedoch üblich. Bei Optionsscheinen ist das Disagio der meist in Prozent angegebene Betrag, um welchen der Bezug der Aktie über den gekauften Optionsschein weniger kostet als der Kauf der Aktie ohne Optionsschein. Das Gegenteil wäre die Prämie oder auch das Aufgeld.