Stellen Sie sich vor, Sie hätten die Gelegenheit, ein Gespräch mit einem Nobelpreisträger der Physik, der Chemie oder der Biologie zu führen. Selbst wenn Ihnen die Kompetenz fehlen würde, seinen Aussagen inhaltlich in allen Details zu folgen, so würden Sie an deren Richtigkeit nicht zweifeln. Denn zumindest im Unterbewusstsein erkennen Sie die Autorität desjenigen an, der in seinem Fachgebiet Großes erreicht hat. Ein Umstand, der sich mit Authority Marketing für die Eigenwerbung nutzen lässt.

Der dritte Weg des Marketings

Führen Sie ein Unternehmen, so können Sie sich auf drei Arten öffentlichkeitswirksam präsentieren. Der erste Weg besteht im Produktmarketing. Bei ihm bewerben Sie einen der Artikel, die Sie herstellen oder vertreiben. Der zweite Weg setzt auf das Content Marketing. Seine Besonderheit liegt darin, dass Sie in eine echte Interaktion mit Ihren Kunden und Käufern treten. Diese werden von Ihnen über Blogartikel oder Videos beraten, informiert und sogar unterhalten. Der dritte Weg liegt im Authority Marketing. Hier rücken Einzelpersonen in den Fokus, die als Experte in ihrer Materie zum sogenannten „Thought Leader“ – zum Meinungsmacher – aufsteigen.

Es kommt nicht nur auf den Inhalt an

Entscheidend bei der Thought Leadership ist nicht unbedingt, was gesagt wird. Wichtiger ist, von wem die Äußerungen stammen. Erinnern Sie sich an das Beispiel mit dem Nobelpreisträger. Sie müssen dessen Thesen inhaltlich nicht folgen können. Sie begegnen ihnen aber dennoch mit einer tiefen Überzeugung, da Sie dem Gesprächspartner vertrauen und somit nicht an der Richtigkeit seiner Worte zweifeln. Der eigentliche Inhalt verliert somit an Bedeutung. Das Produkt- und das Content Marketing würden in diesem Falle an Schlagkraft verlieren. Beide Werbeinstrumente übergeben die Vormachtstellung jedoch an das Authority Marketing, das den Namen und das Image wahrer Experten zu nutzen weiß.

Menschen, Medien und Marken

Mit Thought Leadern zum ErfolgBeim Authority Marketing ist folglich eine Abkehr bisheriger Grundsätze zu beobachten. Im Mittelpunkt der Werbestrategie steht hier nicht mehr das Produkt. Ebenso wenig wird ein Gedanke – informativ, beratend, unterhaltend – verbreitet. Die große Bühne gehört dagegen einer einzelnen Person. Diese steigt durch die Präsenz auf Kongressen, durch das Veröffentlichen von Artikeln oder durch die Entwicklung neuer Produkte selbst zum Medium auf. Sie trägt Botschaften in die Welt hinaus, wird gehört und wahrgenommen. Je besser ihr das gelingt und je stärker sie eine Materie für sich einnimmt, desto eher wird sie als Thought Leader und somit letztlich als eigenständige Marke angesehen.

Mit Thought Leadern zum Erfolg

Vielleicht kennen Sie Kollegen, die in jedem Meeting mit neuen Ideen aufwarten und die sich gerne auch in der Freizeit ihre Gedanken darüber machen, wie der Betrieb besser und effizienter geführt werden könnte. Diese Art der Meinungsbildung zeigt dem Arbeitgeber, auf welche Angestellten er sich verlassen kann. Etwa bei Fragen oder bei Ratschlägen. Doch nicht nur firmenintern wird darin ein geschickter Schachzug der Selbstvermarktung gesehen. Auch extern – und somit im Wettkampf gegen die Konkurrenz – werden Konzerne überdurchschnittlich oft mit neuen Aufträgen betraut, wenn sie sich als Thought Leader positionieren. Kunden und Käufer können zu diesen nämlich besonders schnell ein Vertrauensverhältnis aufbauen.

Die praktische Umsetzung leicht gemacht

Wie aber lässt sich das zuvor Gesagte nun in die Tat umsetzen? Zunächst einmal ist die Erkenntnis wichtig, dass Sie für geplante Vortragsreisen keinen Nobelpreisträger oder andere ehrenwerte Personen benötigen. Schicken Sie je nach Materie einfach Ihren größten Fachmann zu dem Kongress. Und lassen Sie diesen auch die Artikel verfassen, die Sie auf dem firmeneigenen Blog veröffentlichen. Treten Sie dem Kreis an Kunden, Käufern und Interessenten einen Schritt entgegen, positionieren Sie sich vor Ihrem Publikum. Zeigen Sie, dass Sie mit dem jeweiligen Fachgebiet bestens vertraut sind und dass kein Weg an Ihnen als Big Player im Marktsegment vorbeiführt.

Bauen Sie Reputation auf

Bauen Sie mit Authority Marketing eine Reputation aufGrundlegend für den Erfolg dieser Strategie ist es natürlich, dass Sie überhaupt Mitarbeiter in die Öffentlichkeit treten lassen können, die über ein überdurchschnittlich hohes Wissen zur Materie verfügen. Setzen Sie dabei auf auserwähltes Fachpersonal und gönnen Sie diesem regelmäßige Weiterbildungen. Wichtig sind zudem die kommunikativen Eigenschaften der Angestellten, die für Ihr Unternehmen sprechen, schreiben und auftreten. Soll der Thought Leader auch als solcher wahrgenommen werden, muss er seine Persönlichkeit, seine Souveränität sowie seine Kompetenz in die Waagschale werfen können. Das tut er selbstbewusst und aus einer tiefen inneren Überzeugung heraus. Gelingt es Ihnen oder einem Ihrer Mitarbeiter, so zu agieren, wird das Vertrauen von Kunden und Käufern in Ihre Projekte wachsen.