Vielleicht steht bei Ihnen bald ein Vorstellungsgespräch an. Ein wenig Nervosität ist natürlich normal. Doch planen Sie bitte möglichst genau, wie Sie sich dort präsentieren wollen. Neben der eigenen Darstellung können Sie vielfach auf sich aufmerksam machen, indem Sie Rückfragen stellen. Scheuen Sie sich nicht davor – immerhin lässt ja bereits die Bezeichnung des Vorstellungsgespräches darauf schließen, dass ein kommunikativer Austausch zwischen Ihnen und Ihrem Gesprächspartner stattfindet. Fragen Sie ihn ruhig, wenn sich das ergibt.

Zeigen Sie Interesse

Das Vorstellungsgespräch verfolgt keineswegs den Zweck, alleine Ihre Stärken und Schwächen auszuloten. Vielmehr soll beiden Seiten – Ihnen und dem Unternehmen – die Möglichkeit eines gegenseitigen Kennenlernens gegeben werden. Es wäre also nicht ganz sinnvoll, würden Sie lediglich auf die Ihnen gestellten Fragen antworten. Beweisen Sie viel lieber, dass Sie tatsächlich an dem Job interessiert sind. Zeigen Sie, dass Sie sich über den künftigen Arbeitgeber bereits ein Bild gemacht haben, dass Sie etwa die Firmenstruktur und die Zielgruppe kennen. Wenn es passt, sollte sich zwischen Ihnen und Ihrem Gegenüber ein offener Austausch auf Augenhöhe ergeben, der für alle Beteiligten erhellend ist.

Wissen als Basis des Erfolgs

Wenn Sie hin und wieder Fragen stellen, zeigen Sie im Vorstellungsgespräch aber auch, dass Sie bereit sind, Wissenslücken zu füllen. Häufig wirken die Berufsbewerber damit ambitionierter und zielstrebiger als jene Personen, die eher stumm darauf warten, dass sie angesprochen werden. Gleichzeitig können Sie ein wenig das Heft des Handelns in die Hand nehmen – auch das dürfte sich positiv auswirken, immerhin steht ein solches Verhalten für Durchsetzungsvermögen. Auf diese Weise lenken Sie das Gespräch sogar etwas in die gewünschten Bahnen. Viele Bewerber ziehen daraus im Verlauf der Unterhaltung eine innere Stärke und genügend Selbstbewusstsein, um auf sich aufmerksam zu machen.

Erkundigen Sie sich über das UnternehmenErkunden Sie sich über das Unternehmen

Das gegenseitige Kennenlernen im Vorstellungsgespräch sollte Ihnen möglichst viele Einblicke in die Philosophie Ihres künftigen Arbeitgebers vermitteln. Erfragen Sie nun am besten solche Aspekte, die Sie vorab nicht recherchieren konnten. Beispielhaft seien an dieser Stelle der Zusammenhalt unter den Kollegen, die flexible Gestaltung der Arbeitszeiten oder die Vereinbarung des Jobs mit der Familie genannt. Alle diese Fragen behandeln konkret das Umfeld Ihres baldigen Arbeitsplatzes – daher sind sie legitim und werden im Regelfall auch beantwortet. Zudem erlauben Sie einen offenen Austausch über die Einzelheiten: Wenn Sie hier und da noch eigene Positionen in die Verhandlungen einbeziehen wollen, besitzen Sie dafür nun die Basis.

Seien Sie nicht neugierig

Dass Sie mit solchen Fragen Ihr Interesse zeigen, ehrt Sie. Doch gehen Sie dabei bitte nicht zu weit. Eher negative Auswirkungen können sich ergeben, wenn Sie Inhalte erfragen, für die Ihnen die Kompetenz oder der Status fehlt. Ihr Gesprächspartner wird Ihnen sicherlich nicht mitteilen, wie sich das Unternehmen mittelfristig für den Wettkampf auf dem Markt rüstet, welche neuen Ideen es verfolgt oder ob die Mitarbeiter alsbald mit einer Gehaltserhöhung rechnen können. Bleiben Sie bei allen Fragen bitte auf Ihrem Terrain und vermeiden Sie es, hinter solche Türen blicken zu wollen, die Ihnen noch versperrt sind. Beweisen Sie, dass Sie Ihre eigenen Grenzen kennen.

Bereiten Sie sich vor

Übrigens müssen Sie nicht darauf warten, dass sich im Gesprächsverlauf offene Punkte ergeben, die Sie hinterfragen können. Überlegen Sie sich gerne bereits zuhause ein paar Aspekte, die Sie interessieren und auf die Sie bislang keine Antworten gefunden haben. Drei bis fünf Fragen stellen dabei ein erstes Grundgerüst dar, um das ein offener Austausch gestaltet werden kann. Ein wenig umstritten ist dabei, ob die Fragen aufgeschrieben werden sollten. Gerne können Sie sich Stichpunkte niederschreiben und während der Unterhaltung auch kleine Notizen anfertigen. Bei Ihrem Gesprächspartner sollte aber nicht der Eindruck entstehen, Sie würden einen Fragenkatalog abarbeiten oder das Gesprächsprotokoll festhalten wollen.

Gehen Sie ins Detail

Gehen Sie ins DetailDie Kunst des Fragens besteht zudem darin, Ihrem Gegenüber nicht lediglich ein müdes „Ja“ oder ein knappes „Nein“ zu entringen. Sprechen Sie offene Aspekte an, die eher auf detailreiche Antworten zielen. Hierbei erhalten Sie in der Regel ein hohes Maß an Hintergrundinformationen, mit denen Sie im weiteren Gespräch arbeiten können. Seien Sie aber auch spontan. Nutzen Sie die Chance auf eine Frage, sobald sich diese ergibt. Akzeptieren Sie es jedoch, wenn sich in der ersten Unterhaltung eine solche Möglichkeit nicht bietet. Wenn Interesse an Ihnen besteht, werden Sie in einem künftigen Austausch sicherlich noch alle unbeantworteten Fragen erörtern können.