Sie haben eine Geschäftsidee und stehen kurz vor einer Unternehmensgründung? Dann müssen sie zuerst herausfinden, ob Sie das Gründer-Gen in sich tragen. Generell stehen die Chancen für einen Erfolg aufgrund der Konjunkturlage gut. Dementsprechend gibt es immer mehr Gründer – und Gründerinnen, wie der 4. Deutsche Startup Monitor 2016 aufzeigt. Seien auch Sie einer der Mutigen und gehen Sie bei der Gründung in diesen 10 Schritten vor.

Gründungen in Deutschland

In einer repräsentativen Befragung unter den Beteiligten an 1.224 deutschen Start-ups, darunter 3.043 Gründern und 14.513 Mitarbeitern, ermittelten die Berater der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG einige wichtige Trends für Gründer:

Der Frauenanteil steigt unter den Gründern weiter, er erreichte im Jahr 2016 mit 13,9 % seinen bisherigen Höchststand. Die Marktstrategie und auch die Belegschaft deutscher GründerInnen wird internationaler. Der Anteil von MitarbeiterInnen ohne deutschen Pass liegt inzwischen bei 30 %. Mehr als 80 % aller Start-ups sind aus dem Stand international tätig oder planen es für die nächste Zukunft. Die Start-up-Hauptstadt ist Berlin, gleich darauf folgt die Region Oldenburg/Hannover.

Den Deutschen Startup Monitor sollten Sie als GründerIn möglicherweise genauer studieren. Er zeigt sehr detailliert die Branchen auf, in denen derzeit erfolgreich gegründet wird. Auch die beschriebenen Gründer- und Mitarbeiterprofile sind höchst aufschlussreich, des Weiteren die Entwicklungen am Arbeitsmarkt, die Finanzierungsstrukturen von Start-ups und ebenso die Zufriedenheit von deutschen Gründern mit den derzeitigen politischen Rahmenbedingungen.

Die wesentlichen Voraussetzungen für eine Unternehmensgründung

Sie brauchen als Gründer eine Idee, einen Businessplan, die passende Rechtsform, die Anmeldung Ihres Unternehmens und hierzu manchmal einen Notar, die unumgängliche Finanzierung, gegebenenfalls eine Anmeldung von Schutzrechten, die richtigen Verträge mit Lieferanten und Mitarbeitern sowie – nicht zuletzt – eine Absicherung gegen essenzielle Risiken. Die folgenden 10 Schritte fassen das Wesentliche zusammen.

Schritt 1: Geschäftsidee

Sie können im Grunde mit jeder Idee gründen und auch als Franchisenehmer mit einer fremden Idee sehr erfolgreich sein. Wichtig ist, dass Sie voll hinter dieser Idee stehen, dass diese zu Ihren Fähigkeiten und im Idealfall zu Ihrer bisherigen Entwicklung passt sowie sich am Markt nachweislich bewährt hat. Wirklich neue Ideen, die noch niemand ausprobiert hat, scheitern in über 90 % aller Fälle.

Schritt 2: PlanungUnternehmensgründung: Planen Sie alles doppelt und dreifach

Planen Sie alles, und das mehrmals. Entwerfen Sie ein Best und ein Worst Case Szenario. In der Praxis wird sich Ihr Erfolg in der Mitte zwischen diesen beiden Extremen bewegen. Sie brauchen einen Plan A und dann noch einen Plan B, C und D. Mindestens. Der Plan A ist Ihr Business-Plan, mit dem Sie zu den Banken gehen können.

Schritt 3: Entscheidung über Haupt- oder Nebenerwerb

Sie können immer nebenberuflich anfangen, das wird in den meisten Fällen empfohlen. Doch es gibt Geschäfte, die sich nicht nebenher betreiben lassen – auch nicht am Anfang. Für diese benötigen Sie etwas Kapital im Rücken.

Schritt 4: Firmenname, Domain und Markenschutz

Sie haben nun eine Idee und dazu einen Plan. Nun benötigen Sie einen Namen für die Firma und möglicherweise für Ihre (Marken-)Produkte. Auch eine Domain ist unerlässlich. Wenn Sie wirklich eigene Marken vertreiben, müssen Sie diese schützen lassen.

Schritt 5: Finanzierung

Es gibt alle möglichen Wege der Finanzierung zwischen eigenem Kapital, dem Privatdarlehen aus der Familie, dem Bankkredit und Crowdfunding. Nun ist der Moment gekommen, in welchem Sie Ihre Finanzierung auf sichere Füße stellen.

Schritt 6: Genehmigungen und Anmeldungen

Sie benötigen für den Gewerbebetrieb eine Gewerbeanmeldung, beim Finanzamt müssen Sie sich auf jeden Fall anmelden. Einige Handwerksberuf fallen unter die Meisterpflicht, Restaurantbetreiber müssen Hygienevorschriften einhalten und das Bauamt kontaktieren.

Schritt 7: Rechtsform, Konto und VerträgeUnternehmensgründung: mehrere Unterschriften nötig

Sie können in unterschiedlichsten Rechtsformen von der Unternehmergesellschaft über die GmbH bis zur KGaA gründen. Für einige dieser Formen benötigen Sie Gesellschafterverträge, die notariell beglaubigt werden. Natürlich müssen Sie jetzt auch ein Geschäftskonto einrichten.

Schritt 8: Standortfrage

Der Deutsche Startup Monitor zeigt es auf: Viele Gründer arbeiten aus dem Stand sogar international, oft jedoch wenigstens bundesweit. Wenn das bei Ihnen so ist, müssen Sie Ihren Standort oder gar mehrere Standorte sehr gründlich bedenken.

Schritt 9: Buchführung und Steuerberatung

Suchen Sie sich jetzt einen guten Steuerberater, der auch Ihre Buchführung übernimmt. Dieser Schritt in der Unternehmensgründung ist äußerst heikel. Ihr Steuerberater kann eine sehr wesentliche Stütze Ihres Unternehmens werden oder Sie in die Pleite treiben. Holen Sie entsprechende Erkundigungen ein.

Schritt 10: Start von Produktion und Marketing

Nun bringen Sie Ihre Produkte auf den Markt. Probieren Sie, was geht, daran halten Sie fest. Experimentieren Sie nicht zu viel, doch experimentieren Sie immer wieder mit so vielen Ressourcen, wie Sie dafür erübrigen können.

 

Werfen Sie auch einen Blick in den Artikel „Haben Sie das Gründer-Gen in sich? So finden Sie es heraus!“. Hier geht es zum Artikel.

Alle Schritte zur Unternehmensgründung finden Sie auch übersichtlich in unserer Infografik:

In 10 Schritten zur Unternehmensgründung