Las Vegas – im Rio All-Suite Hotel and Casino wurde der Pokerprofi Phil Ivey vor wenigen Tagen in die Poker Hall of Fame aufgenommen. Der 40 Jährige, dessen Verdienste mit Poker sich auf rund 24 Millionen Dollar belaufen, ist damit einer von über zwei Dutzend lebenden Mitgliedern dieser Pokerelite. Und einer von vielen Großverdienern durch das weltbekannte Kartenspiel.

Lässt sich von Poker leben?

Auf Turnieren gewinnen oft die gleichen Leute. Und das ist kein reiner Zufall.

Vom Kartenspiel leben können und damit mitunter sogar reich werden – wer träumt nicht davon? Doch die meisten Menschen geben den Traum vom großen Geld im Voraus auf, denn er scheint so unsicher, wie die Chance auf einen Sechser im Lotto. Und natürlich: Glücksspiel bleibt Glücksspiel. Gerade um Poker allerdings ist es nicht ganz so einfach bestellt. Schließlich gewinnen aus irgendeinem Grund immer wieder die gleichen Leute. Einfach nur Zufall? Mitnichten!

Viele Profis sind der Meinung, dass das Spiel sogar nur zu 30% ein Glücksspiel sei, die restlichen 70% seien reines Können. Einen definitiven Wert gibt es nicht, es lässt sich allerdings festhalten, dass Glück und Können sich beim Pokern etwa die Waage halten, das Können aber noch eine Portion wichtiger ist. Sonst gäbe es schließlich keine Profis, die, ähnlich Spitzensportlern, immer wieder große Turniere gewinnen und fette Preisgelder einkassieren. Von Poker lässt sich also durchaus leben. Die Risiken dabei sind natürlich, dass Pokerverdienste kein sicheres Einkommen sind, denn eine Pechsträhne hat auch der beste Spieler hin und wieder. Außerdem muss zunächst Geld eingesetzt werden, um mehr Geld zu verdienen.

Geldverdienen mit Livepoker

Die klassische Variante von Poker ist natürlich das Livepokern an echten Tischen. Hier sitzen meist 6 oder 9 Spieler an einem Tisch zusammen und spielen um einen Pot. In diesen werden pro Hand gewisse Einsätze gezahlt. Der Spieler mit den besten Händen kassiert den Pot und geht mit barem Geld nach Hause. Unterschieden wird, wie auch im Onlinepoker, zwischen Cash Games und Turnieren. Erstere eignen sich meist für Anfänger, um mit dem Spiel vertraut zu werden.

Bei Turnieren das große Geld verdienen

  • Cash Games: Cash Games werden in realen Casinos meist an mehreren Tischen angeboten. Von Tisch zu Tisch können die Mindesteinsätze für ein Spiel verschieden sein. Anfänger sollten mit so wenig Einsatz wie möglich beginnen, um Frustrationen durch womöglich hohe Verluste gleich zu Beginn des Spiels zu vermeiden. Wer dauerhaft Gewinne einstreichen möchte, muss Bankrollmanagement Das heißt, es muss Buch darüber geführt werden, wie viel Geld im Monat für Poker eingesetzt wird, wie hoch die durch das Spiel zu erwirtschaftende Summe sein soll und wann es Zeit ist, vom Tisch aufzustehen. Gerade Letzteres fällt unerfahrenen Spielern besonders schwer: wenn das Geld aufgebraucht ist, ist es Zeit nach Hause zu gehen. Gleiches gilt für das gesteckte Tagesziel.
  • Turniere: Wer dauerhaft vom Pokern leben möchte, muss zwangsweise an Turnieren teilnehmen. Denn nur dort lassen sich große Gewinne einstreichen. Bei Turnieren zahlt jeder Teilnehmer eine gewisse Summe in einen allgemeinen Preispool ein. Meist beläuft sich diese zwischen 50 bis 100€ in kleineren Casinos, bis hin zu 10.000€ und mehr in großen Casinos in den USA. Die ersten Plätze teilen sich dann das gesamte Geld aus dem Pool. Auf weltbekannten Pokerturnieren, wie der WSOP, der World Series of Poker, können dabei mitunter Gewinne im Millionenbereich kassiert werden. Die Flüge ins Spielerparadies sind übrigens gar nicht so teuer. Das meiste Geld lassen Touristen stattdessen an den Casinotischen.

Wie Profis vom Onlinepoker leben

Seit mehreren Jahren sind viele Profis vom Livepoker auf das Onlinepoker umgestiegen. Und das mit gutem Grund. Durch die einfache Anmeldung in einem der vielen Pokerräume im Netz, kommen tausende Anfänger ohne jegliche Pokererfahrung in die Versuchung, ihr Glück im Spiel herauszufordern. Ohne sich Wissen über das Spiel anzueignen, mit Spielgeld erste Versuche zu starten oder Profis über die Schulter zu schauen, werfen sie ihr virtuelles Geld in den Pot und vergessen nur allzu oft, dass der reale Gegenwert ihrem Konto abgeht. Profis nutzen das aus und grasen ab.

Wer in das Geldverdienen im Internet einsteigen möchte, sollte sich zunächst über Taktiken von Profispielern oder regelmäßigen Spielern, sogenannten Regs, informieren. Nur wer weiß, warum ein Spieler auf eine bestimmte Art und Weise Gewinne einstreicht und welche Hände er spielt und welche nicht, kann auf Dauer gegen diesen Spieler gewinnen.

Zunächst gilt es anschließend, einen guten Pokerraum im Internet suchen. Diverse Onlinecasinos oder spezielle Pokerräume bieten auch Software an, die auf den Computer geladen werden kann. Wichtig sind seriöse Anbieter, bei denen nicht gecheatet oder andersartig geschummelt werden kann. Am meisten profitieren Spieler von Casinos, die bei einer Anmeldung Willkomensboni vergeben, die nach und nach freigespielt und als reales Geld eingesetzt werden können. Danach gilt dasselbe, wie für Livepoker. Es muss sich zwischen Cash Games und Turnieren entschieden werden.

Tipps für zukünftige Pokerprofis

Wer dauerhaft mit Onlinepoker Geld verdienen möchte, sollte über Rake und Rakeback, sowie Prämien Bescheid wissen. Fast alle Profis verdienen beim Onlinespiel ihren Hauptanteil nicht mit den ganzen Anfängern, sondern mit den Pokerräumen an sich. Es gilt dabei möglichst viele Hände zu spielen. Pro Hand behält der Pokerraum einen gewissen Teil des Einsatzes ein, denn er muss sich selbst ja auch von irgendetwas finanzieren. Wer nun extrem viel spielt, bekommt einen Großteil dieses einbehaltenen Geldes beispielsweise am Ende eines Jahres zurück. Zusätzlich gibt es bei einer gewissen Menge gespielter Hände und eingesetzten Geldes Echtgeldprämien oder Produktprämien. Wer diese regelmäßig einstreicht, kann sich davon seinen Lebensunterhalt verdienen.

Müssen Taktiken erlernt werden?

Nur wer Profis beim Pokern zuschaut, kann dauerhaft etwas über das Spiel lernen.Wie anfangs bereits erwähnt: das Pokern – egal ob real oder online – ist keine sichere Einnahmequelle. Und schon gar keine, die man sich einfach mal so zueigen machen kann. Wer vom Pokern leben möchte, muss viele Stunden in Theorie und Praxis investieren. Außerdem muss man bereit sein Verluste einzustecken und zu überwinden und die Kraft haben, aufzuhören, bevor es zu spät ist.

Ohne eine Strategie oder Taktik am Tisch wird es schwierig. Mitspieler und deren Verhalten muss analysiert werden können und Kartenwerte blind errechnet werden. Mit viel Fleiß und stetiger Disziplin sich selbst im Spiel zu verbessern, kann es aber jeder zum Profi schaffen. Außer natürlich das letzte Restchen Glück des Spiels wendet sich gegen einen.