LinkedIn und Xing sind zwei Karrierenetzwerke. LinkedIn ist international aufgestellt, Xing ist ein deutsches Portal, das sich an Nutzer aus dem D.A.C.H.-Gebiet wendet. Beide Plattformen haben Vorzüge und Nachteile, sie richten sich jeweils an verschiedene Personengruppen.

Über LinkedIn

LinkedIn hat seinen Sitz im kalifornischen Mountain View und derzeit über 500 Millionen registrierte Nutzern in rund 200 Ländern. Unter den Karrierenetzwerken ist es global das größte, gleichzeitig rangiert es unter den 20 am häufigsten besuchten Internetseiten. Das Portal wurde 2003 gegründet und gehört seit 2016 zu Microsoft. Seit 2009 steht es auf Deutsch zur Verfügung, seit 2011 ist es börslich notiert. Microsoft kaufte das Karrierenetzwerk für 26,2 Milliarden Dollar.

Aufgrund der internationalen Aufstellung findet jeder Nutzer auf LinkedIn Firmen aus fast der ganzen Welt. Es gibt einen kostenlosen Basis-Account, dessen Funktionen jedoch eingeschränkt sind. So ist nicht zu sehen, wer das eigene Profil angesehen, auch InMail-Nachrichten können die User des Basis-Accounts nicht verschicken. Wer allerdings gefunden werden möchte und bereit ist, zum Premium-Account zu wechseln, profitiert auch von der kostenlosen LinkedIn-Nutzung. Ebenso lassen sich damit Kontakte zu Kollegen halten. Die vollständigen Features stehen mit dem Premium-Paket zur Verfügung, das in vier unterschiedlichen Abos angeboten wird. Je höherwertig das gewählte Abo ist, desto mehr InMail-Nachrichten kann der Nutzer verschicken und desto mehr Profile sieht er selbst. Zudem können Premium-Kunden die erweiterte Suche nutzen. Die Bedienung von LinkedIn ist leicht, eine Smartphone-App gibt es ebenfalls.

Über Xing

Das deutschsprachige Karrierenetzwerk Nummer 1 - XingDieses Portal gehört der Hamburger Xing AG, die ebenfalls an der Börse notiert ist. Fast alle Nutzer sind deutschsprachig, es gibt aber Ableger von Xing in Spanien und Luxemburg. Die Gründung erfolgte im gleichen Jahr wie die von LinkedIn (2003), damals hieß Xing aber noch OpenBC. Rund 14 Millionen Nutzer sind aktuell auf Xing unterwegs, in Deutschland besuchen bis zu 3,5 Millionen User monatlich das Portal. Hubert Burda Media hält Anteile an Xing und ist derzeit dominierender Hauptaktionär mit über 50 % der Aktien, das Portal wiederum wuchs seinerseits durch Zukäufe.

Die Xing-Nutzer sind Unternehmen, Jobsuchende und Selbstständige, auch hier gibt es einen kostenlosen Basis-Account, der die Nutzung von Grundfunktionen und sogar das Aufgeben einer Stellenanzeige ermöglicht. Der Premium-Account zeigt, wer das eigene Profil besucht, auch ermöglicht er das Verschicken von Nachrichten an Personen außerhalb der eigenen Kontaktliste. Die Kosten des Premium-Accounts liegen wesentlich unter denen bei LinkedIn. Die Bedienung ist einfach und wird gut unterstützt, eine Smartphone-App gibt es ebenfalls.

Vor- und Nachteile beider Portale im Vergleich

  • Reichweite: LinkedIn hat eine um ein Vielfaches höhere Reichweite als Xing. Wer in einem international tätigen Unternehmen arbeiten möchte, findet entsprechende Angebote eher auf LinkedIn. Die Unternehmen aus dem D.A.C.H.-Gebiet sind aber auf Xing sehr gut vertreten. Für die Jobsuche in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie angrenzenden deutschsprachigen Gebieten (u.a. Liechtenstein) genügt Xing vollkommen.
  • Kosten: LinkedIn ist im Schnitt teurer. Die Abos kosten monatlich ab 26,17 (Job Seeker), die nächste Stufe ist 41,64 € (Business Plus), gefolgt von 57,11 € (Sales) und 89,19 € (Recruiter). Die beiden letzten Preise betreffen Unternehmen, die auf LinkedIn aktiv auf Bewerbersuche gehen. Allerdings bietet LinkedIn auch eine günstigere Alternative für Mitglieder an, nämlich das Premium Essentials Profil. Dieses kostet 10 Euro monatlich, bzw. 99 Euro im Jahr. Bei Xing kostet das 3-Monate-Abo 9,95 €/Monat, das 12-Monate-Abo 7,95 €/Monat. Diese Kosten sinken durch Rabattaktionen, im Sommer 2017 gibt es für die erste Mitgliedschaft 20 % Rabatt. Der Jahresvertrag kostet damit monatlich nur 6,35 €.
  • Expertise: Auf LinkedIn sind eher Experten für hohe Führungsebenen und für bestimmte Fachbereiche zu finden. Xing ist ein von Freelancern sehr gern genutztes Portal.
  • Nutzer in Deutschland: Xing hat in Deutschland und im deutschsprachigen Raum etwas mehr Nutzer als LinkedIn, doch LinkedIn holt allmählich auf. Viele deutsche Arbeitnehmer orientieren sich inzwischen im internationalen Umfeld, viele deutsche Unternehmen sind international tätig.

Welches Portal eignet sich für wen?

Karrierestart durch Xing und LinkedInKMU und Jobsuchende aus dem D.A.C.H.-Gebiet finden sich am ehesten auf Xing. Konzerne nutzen eher LinkedIn, wo für Arbeitnehmer die internationale Jobsuche besser gelingt. Es kann sich lohnen, in beiden Netzwerken ein Profil anzulegen. Die deutschen Unternehmen, die auch international tätig sind, gehen beim Recruiting so vor: Sie orientieren sich an LinkedIn und Xing gleichermaßen. Auf LinkedIn werden vor allem Fach- und Führungskräfte gesucht. Bestimmte Sektoren wie die Finanz-, IT- und Automobilbranche, Marketing- und Werbungberufe bzw. Stellenausschreibungen in diesen Branchen sind auf LinkedIn sehr gut vertreten.

Fazit und Ausblick

Aufgrund der differenzierten Aufstellung dürften beide Portale parallel bestehen bleiben. Das liegt auch an den großen Kostenunterschieden. Für Angehörige vieler Berufe und Recruiter vieler Branchen lohnt sich die parallele Nutzung von Xing und LinkedIn.