Rein rechnerisch verbringt ein Mensch im arbeitsfähigen Alter etwa ein Drittel seiner Lebenszeit bei der Arbeit. Ob er in dieser Zeit nur Dienst nach Vorschrift schiebt, oder ein engagierter und produktiver Mitarbeiter ist, hängt maßgeblich vom Arbeitsklima ab. Um es auf den Punkt zu bringen: Je zufriedener ein Mitarbeiter ist, desto bessere Arbeit wird er leisten.

Geld alleine macht nicht glücklich

Geld alleine macht nicht glücklichIn diesem Zusammenhang wurde eine angemessene Bezahlung lange Zeit für das wichtigste Kriterium der Mitarbeiterbindung gehalten. Tatsächlich sind aber neben dem monetären Anreiz andere Faktoren entscheidend: Anerkennung der geleisteten Arbeit, ein respektvoller Umgangston und Wertschätzung der eigenen Person bringen einen Mitarbeiter dazu, sich mit „seinem“ Unternehmen zu identifizieren. Diese Identifikation bewirkt eine emotionale Bindung zwischen Mitarbeiter und Unternehmen und bildet die ideale Voraussetzung für bestmögliche Arbeitsleistung.

Eine funktionierende Mitarbeiterbindung, also das richtige Retention-Management, rückt damit unabhängig von der Größe eines Unternehmens zunehmend in den Fokus der Personalverantwortlichen. Die betriebswirtschaftliche Relevanz hierfür liegt auf der Hand: Mitarbeiter mit einer schwach ausgeprägten emotionalen Bindung an das Unternehmen leisten schlechtere Arbeit, lassen sich öfter krankschreiben und sind schneller bereit zu kündigen. Belegen lässt sich diese These mit harten Zahlen aus einer Pressemitteilung des renommierten Marktforschungsunternehmens Gallup: Laut einer Studie aus dem Jahr 2016 haben 70 Prozent der Arbeitnehmer nur eine geringe emotionale Bindung an ihr Unternehmen, wodurch der deutschen Volkswirtschaft ein jährlicher Schaden in Höhe von bis zu 105 Milliarden Euro entsteht. Daraus folgt: Im Interesse von Arbeitsklima und Produktivität sollte jedem Arbeitgeber die emotionale Befindlichkeit seiner Mitarbeiter am Herzen liegen.

Instrumente effektiver Wertschätzung

Als Arbeitgeber haben Sie eine Vielzahl von Möglichkeiten Ihre Mitarbeiter emotional an das Unternehmen zu binden und so der inneren oder gar der realen Kündigung vorzubeugen. Dafür müssen natürlich die entsprechenden Rahmenbedingungen wie angemessene Bezahlung, geregelte Urlaubszeiten und ein offenes Ohr für die Anliegen der Mitarbeiter vorhanden sein. Sind diese Grundvoraussetzungen gegeben, können die fünf folgenden Punkte eine deutliche Stärkung der Mitarbeiterbindung bewirken.

  • Lob und Anerkennung erbrachter Arbeitsleistung

    – Natürlich erwarten Sie als Arbeitgeber vollen Einsatz von Ihren Mitarbeitern, schließlich bezahlen Sie sie ja auch dafür. Trotzdem kann eine lobende Bemerkung zur rechten Zeit eine ungemein starke Motivation für Ihre Mitarbeiter sein, auch die kommenden Aufgaben wieder mit vollem Einsatz anzugehen.

  • Übertragen von Verantwortung

    – Trauen Sie Ihren Mitarbeitern etwas zu und zeigen Sie ihnen das auch bei der Auswahl der Arbeitsinhalte. Eine spannende und herausfordernde Aufgabe mit Erfolg zu meistern gibt Selbstvertrauen und motiviert bereits vorhandene Fähigkeiten weiter auszubauen und neue zu erwerben.

  • Das Gespräch suchen

    – Machen Sie sich als Chef nicht unnahbar. Zeigen Sie Interesse sowohl für die beruflichen als auch privaten Themen Ihrer Mitarbeiter. Ein gesundes Maß an Smalltalk ist das Schmiermittel im Getriebe eines Unternehmens.

  • Feedback einfordern

    – Fragen Sie Ihre Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen, wie es ihnen in Ihrem Unternehmen geht. Was läuft gut, was könnte, auch von Ihnen selbst, besser gemacht werden?

  • Flexibel und offen sein

    – Jeder Mitarbeiter hat seine eigenen Bedürfnisse und Erwartungen. Sehen Sie immer den Menschen hinter dem Arbeitnehmer und versuchen Sie individuelle und realistische Wünsche zu erfüllen.

 

Die positiven Effekte wertschätzender Mitarbeiterführung

Die positiven Effekte wertschätzender Mitarbeiterführung

Kosten senken

Wenn es Ihnen gelingt, die Mitarbeiterbindung durch Wertschätzung und andere Maßnahmen zu stärken, können Sie bares Geld einsparen. Jeder Mitarbeiter, der kündigt, muss ersetzt werden. Dabei entstehen zwangsläufig Kosten durch Stellenanzeigen oder Headhunter, Einarbeitungszeiten und Phasen geringerer Produktivität. Auch die (der realen Kündigung meistens vorausgehende) innere Kündigung verursacht bereits Kosten, da der betreffende Mitarbeiter zumeist nur noch auf Sparflamme arbeitet.

Gesundheit stärken

Ein wertschätzender Führungsstil ist ein sehr effektives Mittel gegen Mobbing und Psychoterror am Arbeitsplatz. Psychische Erkrankungen, wie beispielsweise Burnout oder Depressionen, sind mittlerweile in Deutschland eine der häufigsten Ursachen für ärztliche Krankschreibungen.

Image verbessern

Die Außenwirkung eines Unternehmens wird maßgeblich durch seine Mitarbeiter bestimmt. Zufriedene und motivierte Mitarbeiter geben ihre positive Sicht des Unternehmens in Kundengesprächen und Kontakten mit anderen Unternehmen weiter. Wenn Ihnen der gute Ruf Ihres Unternehmens am Herzen liegt, sind zufriedene Mitarbeiter das beste Aushängeschild.