Viele Arbeitnehmer suchen eine möglichst große Sicherheit in ihrem beruflichen Alltag. Der unbefristete Vertrag gilt dabei durchaus als Eintrittskarte in eine sorgenfreie Zukunft. Doch es gibt auch Personen, die sich eine jahrzehntelange Daueranstellung in einem Unternehmen nicht vorstellen wollen. Für sie gilt es als Ziel, den Arbeitgeber alle paar Jahre zu wechseln. Das sogenannte Jobhopping ist gerade unter jungen Menschen beliebt und kann den Lebenslauf attraktiv werden lassen. Allerdings nur, wenn es richtig gemacht wird.

Jobhopping – was ist das eigentlich?

Na, haben Sie in der Kantine wieder ein neues Gesicht gesehen? Vielleicht handelt es sich dabei um einen Mitarbeiter, der erst kürzlich in Ihr Unternehmen eingetreten ist. Eine gewisse Fluktuation unter der Belegschaft gilt ja als normal und erstrebenswert. Doch wie sieht das eigentlich bei der Einzelperson aus – wie oft sollte man den Job wechseln, wie viele unterschiedliche Arbeitgeber klingen im Lebenslauf noch interessant? Vermehrt ist der Trend des Jobhoppings erkennbar, bei dem der Betroffene nur etwa zwei bis fünf Jahre in seiner Anstellung verbringt, um sich sodann neuen Herausforderungen zu widmen – die er jedoch gleichfalls nur als Durchgangsstation ansieht.

Vom Beruf zum Projekt

Die Nachfrage nach solch häufigen Wechseln in der beruflichen Vita steigt gegenwärtig an. Viele Arbeitgeber machen es ihren AngesDie Vorteile beim Jobhoppingtellten dabei auch einfach, denn das Umfeld und der Alltag im Job haben sich in den letzten Jahren spürbar gewandelt. Es gibt heute kaum noch Mitarbeiter, die von der Ausbildung bis zur Rente im gleichen Betrieb tätig sind. Ebenso möchten viele Menschen nicht auf dem Stand ihrer beruflichen Qualifikation stagnieren – sie suchen regelmäßig neue Reize. Gleiches gilt für viele Unternehmen, die nicht mehr über Jahrzehnte hinweg die gleichen Waren produzieren oder Dienstleistungen anbieten. Die Routine des einstigen Berufes wird für die Herausforderung kurzzeitiger Projekte eingetauscht.

Die Vorteile beim Jobhopping

Wenn auch Sie über den häufigen Wechsel des Arbeitgebers nachdenken, so sprechen echte Gründe dafür, diesen Wunsch bald in die Tat umzusetzen. Während Sie als langjähriger Mitarbeiter eines Betriebes lediglich mit drei bis vier Prozent Zuwachs bei der nächsten Gehaltserhöhung rechnen können, starten Sie in Ihren neuen Job bei einem anderen Unternehmen durchschnittlich mit etwa zehn Prozent mehr Lohn. Zudem können Sie oft bei den Vertragsverhandlungen schon bessere Konditionen – etwa bei den Urlaubstagen, der freien Zeitgestaltung oder dem Dienstwagen – für sich herausschlagen. Auch Ihr Erfahrungsschatz profitiert vom regelmäßigen Wechsel des Arbeitgebers und dem Annehmen neuer Herausforderungen.

Mögliche Nachteile des Jobhoppings

Doch darf nicht vergessen werden, dass mit jedem Job auch der Lebenslauf länger wird. Personalchefs sind in diesem Punkt kritisch. Eine zu große Auswahl unterschiedlicher Arbeitgeber könnte Zweifel an Ihrer Teamfähigkeit aufkommen lassen. Oder man wirft Ihnen einen unsteten Charakter vor. Sind Sie am Ende vielleicht gar nicht zuverlässig genug, um mit den Interna des Unternehmens betraut zu werden? So in etwa könnte die Betrachtungsweise des Unternehmers aussehen, der die Bewerbung eines Jobhoppers in den Händen hält. Und das gilt umso mehr, wenn es sich nicht alleine um einen häufigen Wechsel der täglichen Arbeit, sondern sogar um wiederholte Berufswechsel handelt – auch das gibt es.

Logische Gründe für den Wechsel suchen

Logische Gründe für den Wechsel suchenEmpfehlenswert ist es, das Jobhopping nicht unbedingt als festen Teil der beruflichen Laufbahn anzusehen und den Wechsel auch nicht im Rhythmus aller zwei bis fünf Jahre vorauszuplanen. Vielmehr sollten Sie schauen, in welche Richtung Sie sich mittelfristig orientieren möchten. Können Sie die neuen Ziele bei Ihrem Arbeitgeber in die Tat umsetzen – oder bedarf es dazu wirklich eines Wechsels? Erzwingen Sie den nächsten Schritt nicht, sondern warten Sie, bis sich sinnvolle Chancen ergeben. Vielleicht wird in einem Betrieb schon bald der Platz frei, den Sie gerne einnehmen möchten – eventuell müssen Sie darauf aber auch ein wenig länger warten.

Konstanz setzt sich letztlich durch

Langfristig sollte es Ihnen wichtig sein, sich selbst zu verwirklichen. Machen Sie sich also mit dem Gedanken vertraut, dass Sie früher oder später in eine Position gelangen, die Sie nicht mehr abgeben möchten. Um diese zu finden, müssen Sie nicht regelmäßig den Arbeitgeber wechseln. Gerade in größeren Unternehmen haben Sie vielmehr auch die Möglichkeit, sich in andere Abteilungen und an ferne Standorte versetzen zu lassen. Personalchefs zeigen sich oft wohlwollend, wenn innerhalb eines Hauses unterschiedliche Positionen bekleidet wurden und dabei ein steter Aufstieg erkennbar ist. Lassen Sie bei allen Vorteilen des Jobhoppings also auch eine gewisse Konstanz erkennen.