Worte nehmen in jedem Beruf eine wichtige Bedeutung ein. Mit ihnen wird den Angestellten das neue Projekt präsentiert. Ebenso helfen sie, die Stärken und Schwächen des Bewerbers im Vorstellungsgespräch auszuloten. Sie können motivieren, trösten, kritisieren. Zugleich sind sie bei falscher Anwendung aber auch in der Lage, ein aufgebautes Vertrauensverhältnis zu zerstören. Wie also verhältst Du dich richtig, um eine gute Gesprächsführung aufzubauen?

Die eigentliche Kunst der Konversation liegt darin, gut vorbereitet in eine Unterhaltung zu gehen, mit ihr also konkrete Wünsche zu verbinden. Soll der Fehler des Mitarbeiters gerügt, ein Dank für aktuelle Leistungen übermittelt, die Ausführung anstehender Arbeiten mit der Belegschaft besprochen werden? Stets ist es relevant für den Ausgang des Gespräches, dass Du vorab ein klares Ziel formulierst, das Du – je nach Entwicklung – fest umrissen anstreben kannst. Gelingt Dir das nicht, entfaltet sich nicht selten eine ergebnisoffene Debatte. Das muss nicht verkehrt sein und kann sogar zu guten Resultaten führen. Für die meisten Unterredungen liegt jedoch ein klarer Grund vor, den es zu verfolgen gilt.

Zuhören will gelernt sein

Zuhören will gelernt sein

Der allgemeine Fehler der Kommunikation besteht oft bereits darin, dass sich alle Gesprächspartner nicht auf Augenhöhe bewegen. Wer gerade das Wort hat, redet frei von der Leber weg – und unterdrückt damit durchaus den Redefluss seines Gegenübers. Es mag paradox klingen, doch wer die Fäden einer guten und effizienten Unterhaltung jederzeit in den eigenen Händen halten möchte, muss vor allem zuhören können. Neben der Aufnahme von Informationen gelingt es dabei, den Gesprächspartner fair zu behandeln. Er darf sagen, was ihm wichtig ist. Auch, um auf dieser Basis die eigentliche Kommunikation aufzubauen – statt einen mehrminütigen Monolog zu halten, dem ohnehin niemand folgen wird.

Geh immer voran

Natürlich wird es kaum genügen, das Gespräch vollständig offen zu führen und lediglich seine freie Entfaltung zu moderieren. Behalte die bereits angesprochenen Fäden stets in der Hand und verliere sie nicht. Überlege Dir im Vorfeld, welche Antworten Du auf Deine Fragen, welche Reaktionen Du auf etwaige Kritik bekommen könntest. Lass solche Erwiderungen nicht spontan auf Dich einwirken. Sie könnten Dich ansonsten aus dem Konzept bringen und die Gesprächsführung in eine unerwünschte Richtung lenken. Steuere das Tempo und den Inhalt jederzeit so, dass Dir die Kommunikation nicht aus dem zuvor gesteckten Rahmen gleiten kann – damit beweist Du Autorität und Souveränität.

Unterbrich Deinen Gegenüber nicht

Oft ist es die nonverbale Kommunikation, die einem Gespräch die richtige Würze gibt. Sitzen oder stehen die Anwesenden? Wie sind sich die Körper und die Gesichter gegenseitig zugewandt? Verdreht eine Person die Augen, während eine andere spricht? Diese Faktoren können Dich während der Unterhaltung beeinflussen. Du nimmst sie bewusst wahr – dennoch steuern sie hauptsächlich Dein Unterbewusstsein. Lass Dich davon nicht beirren. All das darf nicht dazu führen, zu sehr aus der Emotion heraus zu agieren oder dem Gesprächspartner ins Wort zu fallen. Lass den oder die Anwesenden stets den Satz beenden, ehe Du höflich Deine Erwiderung dazu aufbaust – bei der Du immer sachorientiert bleibst.

Vor Unterbrechungen ist übrigens gefeit, wer seine Gedanken möglichst kurz hält und dabei eine anschauliche Sprache wählt. Eine Aussage muss daher nicht aufgebläht werden. Sage Deinem Gegenüber, was Dir wichtig ist. Formuliere es so, dass Deinem Gesprächspartner der Zugang dazu erleichtert wird. Je kürzer und bildhafter das gesprochene Wort zwischen euch transportiert wird, desto eher prägt es sich bei allen Anwesenden ein. Der rege Austausch führt dazu, dass Du und Dein Gast offen, ehrlich und fair miteinander reden können. Vermeide allzu lange Dialoge und ein fachsprachliches Kauderwelsch – verzichte ebenso auf Aussagen, die eine mehrdeutige Interpretation erlauben.

Wer fragt, bekommt Antworten

Wer fragt, bekommt Antworten

Beziehe alle Anwesenden in das Gespräch ein. Schaue ihnen dabei in die Augen, rede sie mit ihrem Namen an. Beweise ihnen somit, dass sie wichtig für die Unterredung sind. Erhältst Du dabei nicht die erwünschten Informationen, so frage jederzeit höflich nach. Vermeide allerdings Fragen, die mit einem simplen „Ja“ oder „Nein“ erwidert werden können. Das „Warum?“ hilft Dir dagegen eher weiter, zeigt es doch, dass Du an Zusammenhängen und Ursachen des Themas interessiert bist. Sei gerne auch ein wenig neugierig und lass Dir keine allgemeingültigen – tatsächlich aber inhaltsleeren – Floskeln vorsetzen. So kannst du eine erfolgreiche Gesprächsführung umsetzen. Nur Du kannst es zum gewünschten Ziel bringen.