Für die Anfangsinvestitionen in ein neu zu gründendes Unternehmen benötigt man Kapital. Dieses können Sie aus eigenen Mitteln oder über eine Fremdfinanzierung aufbringen. Neben der klassischen Finanzierung über einen Bankkredit haben Sie noch zahlreiche andere Möglichkeiten, um an Ihr Startkapital zur Unternehmensgründung zu kommen.

Finanzierung aus dem Eigenkapital – Private Equity

Die unkomplizierteste Methode, um an das Kapital zur Unternehmensgründung zu kommen, ist die Eigenfinanzierung. Bekannte Begriffe hierfür sind auch Bootstrapping oder Private Equity. Hier bedienen Sie sich aus Ihren privaten Mitteln, um das Betriebskapital aufzubauen. Sie sind dabei niemandem Rechenschaft schuldig und behalten 100 Prozent Ihrer Firmenanteile. Sie tragen aber auch das volle Investitionsrisiko und laufen Gefahr, in einem Insolvenzfall Ihr Kapital zu verlieren. Eventuelle Steuervorteile, zum Beispiel über Zinszahlungen für Fremdkapital, fallen weg. Deshalb ist diese Form der Finanzierung vor allem für Unternehmer geeignet, die ungern Geschäftsanteile abgeben möchten und eine sehr sichere Geschäftsidee haben.

Business Angels – Verkauf von Unternehmensanteilen

Ein Finanzierungsmodell, das eine Unterform der Eigenfinanzierung darstellt, ist der Verkauf von Unternehmensanteilen an Investoren. Hier erfolgt zunächst eine Firmenbewertung. Diese wird in der Regel an den Umsätzen bzw. Gewinnen des Unternehmens festgemacht. Bei einem neu zu gründenden Unternehmen ist dies noch nicht möglich. Daher erfolgt eine Bewertung oft auf Basis der Innovationsfähigkeit der Geschäftsidee, Struktur des Mitbewerbermarktes und Zusammensetzung des Gründerteams. Hier zählt Engagement genauso wie Know-how.
Haben Sie eine Unternehmensbewertung erstellt, können Sie Anteile an Investoren abtreten. Wird Ihr Unternehmen beispielsweise mit 500.000 Euro bewertet, können Sie für 10 Prozent Firmenanteile 50.000 Euro Kapital verlangen. Wenn Sie an einem solchen Finanzierungsmodell interessiert sind, können Sie Ihr Unternehmen zum Beispiel bei den Business Angels vorstellen. Hier finden gute Unternehmensideen und zahlungswillige Investoren zusammen. Ein weiterer Vorteil dieser Finanzierungsart ist der Know-how-Transfer, der durch die, meist erfahrenen, Investoren in das Unternehmen eingebracht wird. Durch die übertragenen Unternehmensanteile steigt auch deren Bereitschaft, als Miteigentümer Wissen und Erfahrung einzubringen und Netzwerke und Vertriebskanäle zu öffnen.

Crowdfunding – die Scheibchenmethode

Möchten Sie keine Unternehmensanteile abgeben, finden Sie Kapitalgeber in Crowdfunding-Communities. Hierbei handelt es sich um ein noch relativ junges Finanzierungsmodell, das besonders durch das Internet möglich gemacht wurde. Kapitalgeber entdecken Sie auf speziellen Crowdfunding-Plattformen. Hier stellen Sie Ihr junges Unternehmen und Ihre Geschäftsidee vor. Sie machen Angaben zum gewünschten Finanzierungsbetrag, beispielsweise 5.000 Euro, und in welcher Zeit dieses Geld gesammelt werden sollte. Die Plattformen tracken nun in Echtzeit, welcher Betrag bereits zusammengekommen ist und wie viele Tage für die eigene Finanzierungskampagne noch verbleiben. Wird der Finanzierungsbetrag erreicht, findet eine Investition statt. Wird der Betrag nicht erreicht, verfallen alle Investitionsangebote. Somit erhält der Investor Sicherheit, dass nur die volle Investition getätigt wird.
Finanzierungen beginnen schon ab 10 Euro und sind grundsätzlich nach oben hin offen. Als Gegenleistung erhalten die Investoren je nach Finanzierungsbetrag, kleine Präsente, Special-Editions, Sonderkonditionen, Gewinnausschüttungen oder auch lobende Erwähnungen. Die zwei größten Crowdfunding-Plattformen in Deutschland sind startnext und visionbakery. Wer Geldgeber im Ausland sucht, der sollte die Plattformen indiegogo.com oder kickstarter.com besuchen. Die Webseite crowdfunding.de bietet einen guten Überblick über viele verschiedene Crowdfunding-Plattformen.

Fördermittel – Geld vom Staat

Unter bestimmten Voraussetzungen greift auch der Staat Jungunternehmern unter die Arme. Zahlreiche Fördergelder und verbilligte Zinsdarlehen gibt es im Angebot. Hilfreich beim Weg durch den Förderdschungel kann ein Gespräch mit einem Gründercoach sein. Er kennt sich in der Regel sehr gut mit den Fördermaßnahmen aus. Wenn Sie selbst recherchieren möchten, können Sie sich auf der Seite der KFW-Bank einen Überblick über die staatlichen Förderprogramme verschaffen. Die Finanzierung erfolgt dann wieder über die Hausbank, die den KFW-Kredit verwaltet.
Noch bis 2015 stellt der Bund insgesamt 150 Millionen Euro an Fördergeldern für Venture Capital Investitionen, wie beim Beispiel Business Angels, bereit. Das Programm läuft unter dem Namen „INVEST – Zuschuss für Wagniskapital“. Hierbei erhalten Investoren 20 Prozent Zuschuss vom Bund zu Ihrem Investitionskapital. Dieser Betrag ist steuerfrei. Die wichtigsten Voraussetzungen sind die Investition in ein „Kleines Unternehmen“ nach EU-Recht, eine Beteiligung zwischen 10.000 und 250.000 Euro und eine Haltefrist von drei Jahren ohne Rückforderungsklausel bei Insolvenz.

Bankenfinanzierung – Business Plan erforderlich

Ein bekanntes und klassisches Finanzierungsmodell ist der Bankkredit. Hierbei sollten Sie als Unternehmer einen fundierten Businessplan zur Hand haben, um Ihre Hausbank zu überzeugen. Der Bankenkredit wird oft auch nur wegen der Steuervorteile bei Zinszahlungen gewählt. Gute Konditionen erhalten Sie, wenn Sie bei der angefragten Bank zusätzlich noch über eigene Einlagen verfügen. So garantieren Sie dem Finanzinstitut größtmögliche Sicherheit und erhalten ein gutes Rating für günstige Zinsen.

Vorlagen und Muster für die Finanzplanung mit Excel gibt es hier.