Kompetenz und Erfahrung galten bislang als die wichtigsten Eigenschaften, um den beruflichen Aufstieg zu ebnen. Wer jedoch das Führungsamt eines mittleren oder sogar großen Unternehmens anstrebt, muss auch über die sogenannte Emotionale Intelligenz verfügen. Neben den üblichen Hard Skills gewinnen nunmehr also die Gefühle und der Umgang mit ihnen an Bedeutung. Immerhin sind die Empfindungen und Wahrnehmungen ein wichtiger Teil unserer Persönlichkeit – den Sie sogar gezielt trainieren und verbessern können.

Emotionale Intelligenz – was ist das eigentlich?

Bei der Emotionalen Intelligenz handelt es sich um einen sehr jungen Begriff aus dem Fachbereich der Psychologie. Die erst im Jahre 1990 gefundene Definition der beiden US-Amerikaner John D. Mayer und Peter Salovey umschreibt die Eigenschaft des Menschen, eigene und fremde Gefühle situativ korrekt einzuschätzen. Unterteilt wird der Terminus in die drei Sachebenen des Wahrnehmens, des Verstehens und des Beeinflussens. Ursprünglich war dabei seit den 1920er Jahren von einer Sozialen Intelligenz die Rede. Sie bezog sich indes vorwiegend auf die Interaktion des Individuums mit anderen Menschen, wogegen die Emotionale Intelligenz auch eine einzelne Person isoliert betrachten und charakterisieren kann.

Welche Fähigkeiten zeichnet die Emotionale Intelligenz aus?

MenscheWelche Fähigkeiten zeichnet die Emotionale Intelligenz aus?n mit einer hohen Emotionalen Intelligenz lassen sich dadurch erkennen, dass ihnen der Blick für das große Ganze gelingt, sie also Probleme und ihre Ursachen ebenso wie mögliche Lösungswege einer Situation überschauen können. Dabei gehen sie realistisch vor und reflektieren alle Faktoren der Ausgangslage. Sie verfügen daneben über die Eigenschaft, sich selbst und ihre Mitstreiter zu motivieren, ihnen Ziele aufzuzeigen und sie zu fördern. Für die Sorgen und Nöte ihrer Angestellten und Kollegen besitzen sie stets ein offenes Ohr und zeigen freiwillig die Bereitschaft zu einem klärenden Gespräch. Ihre eigenen Gefühle können sie weitgehend steuern und somit im Sinne der Sache rational agieren.

Warum ist die Emotionale Intelligenz für Führungspersonen so wichtig?

Personen, die anderen Mitarbeitern vorstehen, verfolgen ein Ziel: Sie möchten ihre Angestellten zu einer erfolgreichen und effizienten Arbeit motivieren. In der Psychologie wird hierbei der Umkehrschluss vertreten, dass die Belegschaft immer dann schwache Resultate erwirtschaftet, wenn ihr Chef über lediglich ein geringes Maß an Emotionaler Intelligenz verfügt. Führungsämter zeichnen sich folglich dadurch aus, dass sie den Blick über alle Angestellten erfordern und es notwendig ist, neben der Gruppe an Menschen auch den Einzelnen – seine Nöte, seine Motivation, seine Ziele – im Auge zu behalten. Dafür wiederum bedarf es ebenso der Fähigkeit, sämtliche Strömungen innerhalb der Gruppe zu erkennen und entsprechend zu handeln.

Entscheidet die Emotionale Intelligenz über den beruflichen Erfolg?

Wer erfolgreich im Berufsleben agieren möchte, muss Entscheidungen treffen – und das möglichst richtig. Dafür ist es unabdingbar, die Gesamtheit der Ausgangslage zu überschauen. Zugleich erfordert es aber die Fähigkeit, auch die eigenen Angestellten und ihr Verhalten sowie die Stimmung unter ihnen zu erkennen. Neben dem Wahrnehmen und Verstehen kommt dabei die dritte Komponente der Emotionalen Intelligenz zum Tragen: Führungspersonen sind in der Lage, die vorhandenen Tendenzen zu beeinflussen, notwendige Veränderungen vorzunehmen und dadurch das Team erst in die gewünschte Richtung zu lenken. Ein wichtiges Kriterium für ein positives Ergebnis.

Erste Schritte zur besseren Emotionalen Intelligenz

Wie läErste Schritte zur besseren Emotionalen Intelligenzsst sich der eigene Umgang mit den Gefühlen nun aber verbessern? Zunächst ist es für Sie ratsam, die eigene Emotionalität zu erkunden. Stellen Sie sich Fragen zur Person und beobachten Sie gerne selbst einmal, wie Sie diese für sich beantworten. Häufig werden Sie feststellen, dass Sie bereits dabei auf Emotionen stoßen: Vielleicht lachen Sie oder Sie empfinden Wut, eventuell sind Sie ängstlich oder hoffnungsvoll. Versuchen Sie, einen Zugang zu Ihren Emotionen zu finden und diese in einem gesunden Maß zu kontrollieren. Ergründen Sie in einem Gespräch ebenso die Gefühlswelt ihrer Freunde und Kollegen – vermeiden Sie es aber bitte, dabei eine Wertung oder sogar eine Korrektur vorzunehmen.

Das „Ich“ im „Wir“

Im weiteren Verlauf sei Ihnen empfohlen, die Kommunikationsfähigkeit – der verbale und nonverbale Austausch mit anderen Menschen – zu verbessern. Je häufiger Sie das Gespräch suchen, desto eher können Sie die Worte sowie Mimik und Gesten Ihres Gegenübers lesen. Schnell werden Sie auch in der Lage sein, das Nichtgesagte zu verstehen. Stoßen Sie dabei auf inhaltliche Konflikte oder wird Kritik an Ihnen geübt, so stellen Sie sich der neuen Situation. Probieren Sie, den Zugang zu Ihrem Gesprächspartner zu finden und seine Sichtweise auf Sie oder auf eine Sachlage zu akzeptieren – dank der Emotionalen Intelligenz werden Sie daran schon bald etwas verändern können.