Es sind oft die kleinen Details, die darüber befinden, ob Sie die nächste Stufe auf der Karriereleiter erklimmen können. Führungskräfte stellen dabei nicht alleine darauf ab, welche Aufgaben Sie im Job richtig und welche Sie fehlerhaft erledigt haben. Vielmehr wird auch in Ihrem gesamten Auftreten eine tragende Säule für die Zukunft gesehen. So etwa in der Frage der Kommunikation – in diesem Punkt sollten Sie neben der verbalen jedoch auch die richtige Körpersprache beherrschen.

Körpersprache – was ist das eigentlich?

Es gibt unterschiedliche Wege, sich auszudrücken. Die verbale Art besteht in dem gesprochenen Wort. Doch auch wenn Sie schweigen, geben Sie einem Gesprächspartner sehr viel von sich preis. Die Körpersprache zielt somit auf Ihr Verhalten ab: Können Sie den Augenkontakt halten, wie präsentiert sich Ihre Körperspannung beim Stehen und Sitzen, verfügen Sie über einen kräftigen Händedruck? Wirken Sie auf Ihren Gegenüber ehrlich? Diese Details, so unwichtig sie uns auch im Alltag erscheinen mögen, können für Führungskräfte wichtige Botschaften enthalten. Karrierecoaches raten daher zunehmend zu einer Verbesserung auch der nonverbalen Artikulation.

Die wichtigste Ausdrucksform

Die wichtigste AusdrucksformDie nonverbale Kommunikation gilt ein wenig als unterschätzte Art, sich mit einer Person oder einer Gruppe zu unterhalten. Doch Psychologen wissen seit vielen Jahrzehnten, dass nicht dem gesprochenen Wort die größte Bedeutung zukommt. Entscheidender ist dagegen Ihr Auftreten, etwa im Gespräch, bei Meetings, im Rahmen von Verhandlungen oder bei der Bewertung von Angestellten. Zwar unterscheiden sich die Menschen darin, wie viel Persönliches sie in der nonverbalen Artikulation von sich preisgeben. Doch heutzutage gilt die Faustregel, dass Sie etwa 70 bis 90 Prozent Ihrer gesamten Kommunikation auf nonverbaler Ebene durchführen. Grund genug, hier für deutliche Verbesserungen in Ihrem Auftreten zu sorgen und damit Ihre Karrierechancen zu erhöhen.

Fünf Säulen der nonverbalen Kommunikation

Unterteilen lässt sich Ihr nonverbaler Eindruck auf andere Personen in fünf Kriterien. Zunächst ist der Augenkontakt der wichtigste Einfluss – können Sie dem Blick Ihres Gegenübers standhalten? Weitergehend wird auf Ihre Mimik und somit allgemein auf das Zusammenspiel der Augen, des Mundes und der Gesichtsmuskulatur abgestellt. Wirken Sie dabei verkrampft oder entspannt, kann der Gesprächspartner daraus vieles ableiten. Gleiches gilt für Ihre Gestik und somit für die Art, wie Sie die Hände bewegen. Darüber hinaus sind die Körperhaltung und Ihr gesamter Habitus wichtig. So etwa die Frage der Kleidung, der Frisur – oder sogar der Marke des Autos, das Sie auf dem Firmenparkplatz abgestellt haben.

Fehler in der nonverbalen Kommunikation

Natürlich gelingt es nicht jedermann ganz einfach, diese fünf Säulen stets zu kontrollieren und positiv zu beeinflussen. Doch Führungskräfte wissen, dass sie hier auf das Detail schauen müssen, um Ihre Persönlichkeit kennenzulernen. Werden Sie mit einer neuen Aufgabe betraut, können Sie den Worten gerne einen optimistischen, siegessicheren und euphorischen Unterton beigeben – sobald Sie den Blick von Ihrem Gegenüber abwenden, sitzend eine leicht zurückgelehnte und somit defensive Körperhaltung einnehmen oder in Ihrem ganzen Auftreten leicht unsicher wirken, zeigen Sie, dass Sie sich die Herausforderung eigentlich nicht zutrauen. Bei der Körpersprache können Sie dem Gesprächspartner kaum etwas vorspielen.

Die nonverbale Artikulation verbessern

Doch welche Einflussmöglichkeiten besitzen Sie eigentlich, wenn bereits das Berühren des Ohrläppchens oder das kurze Kratzen an der Nase als Indikator Ihrer Die nonverbale Kommunikation verbessernUnsicherheit angesehen wird? Als Grundregel gilt, dass Sie die eigene Präsenz zu jeder Zeit gewährleisten müssen. Seien Sie für Ihre Gesprächspartner anwesend und greifbar. Zeigen Sie ihnen, dass Sie offen und vertrauenswürdig in eine Unterhaltung einbezogen oder mit neuen Aufgaben betraut werden können. Auch wenn es Sie langweilt: Tippen Sie während des Meetings nicht auf dem Handy, gönnen Sie sich keine nachlässige Position beim Sitzen. Nehmen Sie verbal und nonverbal am Gespräch teil, präsentieren Sie sich aufmerksam.

Übung macht den Meister

Analysieren Sie gerne auch Ihre Gesprächspartner. Welches Verhalten stößt bei Ihnen auf Gegenliebe, was missfällt Ihnen? Übernehmen Sie mögliche Verbesserungen für sich – und probieren Sie diese etwa im Gespräch mit Freunden einmal aus. Üben Sie die freie Rede und entwickeln Sie dabei für sich eine Körperhaltung, mit der Sie offen agieren – und damit von Ihrem Gesprächspartner auch als offen und vertrauenswürdig angesehen werden. Scheuen Sie sich nicht davor, auch einmal Schwächen zuzugeben oder einen Fehler einzugestehen. Verstecken Sie sich somit nicht hinter einer kaum zu durchdringenden Maske eines Stärkegefühls. Präsentieren Sie sich lieber so, wie Sie sein wollen – und wie Sie von Ihrem Gegenüber wahrgenommen werden möchten.