Der Hausarzt ist mehr als eine Anlaufstelle für schnelle Diagnosen und Rezepte. Hier laufen die Fäden zusammen, die Vorsorge, Diagnose, Therapie und Nachbetreuung miteinander verknüpfen – und das nicht nur auf seinem Fachgebiet, sondern für viele medizinische Belange eines Patienten.

 

Ohne Arzt – das geht auf Dauer nicht gut

Ärzte sind Schlüsselfiguren im täglichen Leben. Auch wer sich lange Zeit gesund fühlt, irgendwann führen Unfall oder Krankheit wohl jeden zum Arzt. Bei einem Schnitt in den Finger genügt ein Pflaster, ein wenig Husten oder Schnupfen bekommt man mit Ruhe, Hausmitteln oder einigen apothekenpflichtigen Medikamenten in den Griff. Schwerwiegendere Verletzungen, Grippe oder starke Schmerzen zwingen jedoch zum Weg in eine Arztpraxis. Mediziner verfügen über Fachwissen und praktische Fähigkeiten, die Ursachen von Beschwerden zu diagnostizieren und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

 

Hausarzt – ein Familienmensch?

Über das medizinische Fachwissen hinaus benötigt der Hausarzt weitere Kompetenzen. Vor nicht allzu langer Zeit begleitete derselbe Mediziner Menschen von der Entbindung über Kindheit und Jugend hinweg bis ins Erwachsenenalter. Als Kummerkasten, Seelsorger, Beichtvater und Tröster in schwierigen Lebensphasen hatte das Verhältnis zwischen Hausarzt und Patienten oft einen familiären Charakter. In Zeiten von zunehmender räumlicher Mobilität ist der Hausarzt, der einen ein Leben lang begleitet, wohl eher zur Seltenheit geworden. Vertrauen zwischen Patient und Hausarzt ist aber heute noch genauso wichtig für eine gute Betreuung. Die dadurch entstehende Offenheit erleichtert dem Mediziner die Diagnose und fördert beim Patienten den Genesungsprozess. Die Chemie muss also auch heute noch stimmen und der Patient sollte sich bei seinem Arzt gut aufgehoben fühlen.

 

Ein fester Hausarzt? Ja, aber nicht nur aus Prinzip!

Die Wahl eines festen Der Hausarzt – Schlüsselfigur in der medizinischen VersorgungAnsprechpartners für medizinische Fragen bietet dem Patienten einige Vorteile. Ist ein Hausarzt bestimmt, laufen bei diesem die Fäden zusammen. Krankengeschichte, Befunde, Therapien – alles wird zentral erfasst. Fachärzte können und sollen im Bedarfsfall Rücksprache mit der Praxis des Hausarztes führen, um in ihren Fachgebieten die optimalen Entscheidungen zur Betreuung der Patienten zu fällen.
Zudem stellt sich bei längerfristiger Betreuung durch denselben Arzt die so wichtige Vertrautheit und Vertrauen ein. Ein Arzt, der seinen Patienten über Jahre hinweg begleitet, kennt nicht nur chronische oder wiederkehrende Beschwerden, sondern kann auch bei akuten Beschwerden optimaler entscheiden.

 

Wie finden Sie Ihren Hausarzt?

In der Regel sind Hausärzte in der Fachrichtung Allgemeinmedizin ausgebildet. Die niedergelassenen Ärzte mit Kassenzulassung bieten medizinische Betreuung in ihren Praxen an. Patienten haben die freie Wahl, von wem sie sich behandeln lassen und wem sie damit ihr Vertrauen ausdrücken. Zu den als Hausarzt tätigen Medizinern gehören:

  • Fachärzte für Allgemeinmedizin
  • Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin
  • Fachärzte für Innere Medizin
  • Praktische Ärzte („alteingesessene Ärzte“ ohne Facharztanerkennung; Kassenzulassung heutzutage ohne Facharztprüfung nicht mehr möglich)

Holen Sie sich Meinungen von Verwandten und Freunden ein und nutzen Sie Bewertungsportale im Internet. Finden Sie bei uns auf Marktplatz Mittelstand Ihren Hausarzt als kompetenten Ansprechpartner in Sachen Gesundheit und Vorsorge.

 

Urlaubszeit – Reisezeit – Zeckenzeit

Der Hausarzt – Schlüsselfigur in der medizinischen VersorgungDie schöne Jahreszeit bringt neben den vielen Annehmlichkeiten wie Urlaubsgefühlen und Einkehr in Biergärten einige Risiken mit sich. Neben einer erhöhten UV-Belastung gehört die Gefahr von Zeckenbissen dazu. Dabei besteht die eigentliche Gefahr nicht im Biss oder Stich der Zecke, sondern in durch das Insekt übertragenen Krankheitserregern. Zu den gefährlichen gehören Borreliose und die Gehirnhautentzündung FSME. Von eher sekundärer Bedeutung sind Chlamydien und Ehrlichien. Wer sich in der Natur aufhält, muss von Frühjahr bis Herbst mit einem Zeckenbiss rechnen. Über besonders betroffene Regionen informieren Sie sich beim Hausarzt, in Apotheken oder auf Internetportalen. Zu den effektiven vorbeugenden Maßnahmen gehören lange Kleidung, das Verstecken der Hosenbeine in langen Socken und der Einsatz von Cremes oder Salben, die Insekten fernhalten sollen. Auch eine vorbeugende Impfung ist möglich. Informieren Sie sich über die unterschiedlichen Möglichkeiten umfassend und nehmen Sie die fürsorgliche Beratung durch Ihren Hausarzt in Anspruch, um Vor- und Nachteile miteinander zu vergleichen.

 

Erste Hilfe nach Zeckenbiss – besonnen bleiben

Auch wenn ein Arztbesuch nicht zwingend erforderlich ist, darf ein Zeckenbiss nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Sollten Sie oder ein Angehöriger trotz der Vorsichtsmaßnamen betroffen sein, ist unverzügliche Hilfe die beste Lösung. Entfernen Sie die Zecke mit haushaltsüblicher Pinzette oder Zeckenzange, ohne den Parasiten zu beschädigen. Anderenfalls erhöht sich das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern. Deswegen sollten gerade kleine Tiere, die sich nicht greifen lassen, mit einem Schnitt entfernt werden. Haushaltsmittel wie Öl oder Klebstoffe bedeuten eher eine Gefahr, als dass sie nutzen. Sie treiben die Zecke in einen Todeskampf, der zur erhöhten Absonderung der Erreger führt.

 

Checkliste für den Ernstfall

  • Zecke nach dem Biss mit großer Vorsicht entfernen (Insektenkörper nicht beschädigen)
  • bei zu kleinen Zecken nicht mit Pinzette oder Zeckenzange arbeiten, sondern scharfes Messer oder Skalpell verwenden – im Zweifel konsultieren Sie dafür einen Arzt
  • keine Hausmittel anwenden
  • Bissstelle unter Beobachtung halten
  • bei Symptomen wie Entzündungen der Wunde, Wanderrötung, grippeähnlichen Symptomen und/oder Muskelschmerzen einen Arzt konsultieren