Weihnachten, Urlaub, vielleicht sogar das 13. Jahresgehalt: Was kann es Schöneres geben? Doch um die Zahlung des Weihnachtsgeldes ranken sich viele Mythen. Nicht immer ist klar erkennbar, wem diese Leistung eigentlich zusteht, in welcher Höhe man sie beanspruchen darf oder ob darauf Steuern zu entrichten sind. Der unnötige Stress am Jahresende lässt sich allerdings vermeiden.

Weihnachtsgeld – was ist das eigentlich?

Aus arbeitsrechtlicher Sicht versteht man unter dem Weihnachtsgeld eine finanzielle Zusatzleistung des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer. Die häufig auch als Gratifikation oder 13. Monatsgehalt bezeichnete Zuwendung erfolgt in der Regel mit der Gehaltsabrechnung der Monate November bis Dezember. In dieser wird sie gesondert neben dem Arbeitslohn ausgewiesen. In Deutschland wird das Weihnachtsgeld rund 55 Prozent aller Beschäftigten ausgezahlt – bereits der Umkehrschluss lässt erkennen, dass also nicht jeder Werktätige von diesem durchaus warmen Geldregen betroffen ist. Ein gesetzlicher Anspruch darauf besteht jedenfalls nicht. Doch woraus ergibt sich eigentlich, wem eine solche finanzielle Zuwendung zusteht und wer darauf kein Anrecht besitzt?

Wie kann ein Anspruch auf das Weihnachtsgeld entstehen?Wie kann ein Einspruch auf das Weihnachtsgeld entstehen?

Zunächst einmal lohnt sich für die Betroffenen ein Blick in ihren Arbeitsvertrag. Hierin ist üblicherweise bereits geregelt, ob der Arbeitgeber ein Weihnachtsgeld ausbezahlt. Ebenso kann je nach Branche der dort gültige Tarifvertrag die Frage beantworten. Neben diesen beiden Rechtsgrundlagen ließe sich ein Anspruch auch aus der sogenannten betrieblichen Übung ableiten: Zahlt der Arbeitgeber seinen Angestellten freiwillig mindestens drei Jahre lang ein Weihnachtsgeld aus, so entsteht aus dieser regelmäßigen Praxis ab dem vierten Jahr ein Anspruch auf die Zuwendung. Etwas komplexer gestaltet sich dagegen der Verweis auf den Gleichheitsgrundsatz: Allgemein steht aber einem Angestellten schon dann die Zahlung zu, wenn seine Kollegen eine solche erhalten.

Wie hoch fällt ein Weihnachtsgeld aus?

Neben der Frage, ob das Geld überwiesen wird, spielt meist auch dessen Höhe eine wichtige Rolle. An dieser Stelle sei erneut auf den Tarif- sowie auf den Arbeitsvertrag verwiesen, in denen konkrete Vereinbarungen getroffen werden können. Da das meist aber nicht der Fall ist, hilft ein Blick in die unterschiedlichen Branchen und Tätigkeitsbereiche weiter. So ist es in einigen Betrieben üblich, dass lediglich 50 Prozent des Arbeitslohnes als Zusatzleistung gezahlt werden. Andere Gewerke zahlen ihren Angestellten dagegen 100 Prozent und somit ein volles Monatsgehalt aus. Ist diese Höhe nicht tarif- oder einzelvertraglich festgelegt, kann sie jederzeit verhandelt werden.

Muss auf das Weihnachtsgeld eine Steuer gezahlt werden?

Aus steuerrechtlicher Sicht unterfällt das Weihnachtsgeld den sogenannten sonstigen Bezügen. Dazu gehören gleichfalls das Urlaubsgeld, Tantiemen, Abfindungen sowie Prämien nach einer gewissen Dauer der Betriebszugehörigkeit. Auf alle diese Zuwendungen ist die Abgabe einer Lohnsteuer fällig. Auch der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer steigen somit an. Ausnahmen von dieser Regel gelten bislang lediglich für Besserverdiener: Wer genug einnimmt, um über der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung in Höhe von 6.350 Euro in den westlichen oder 5.700 Euro in den östlichen Bundesländern zu liegen, der ist zumindest von der Zahlung der Sozialbeiträge befreit.

Besteht während Krankheiten oder der Elternzeit ein Anspruch auf das Weihnachtsgeld?

Doch wie iMuss jedem Angestellten das Weihnachtsgeld ausbezahlt werden?st es um die Zuwendung bestellt, wenn der Arbeitnehmer für längere Zeit seinem Beruf nicht nachgehen kann? Etwa, weil er durch eine Krankheit, eine Therapie oder einen Kuraufenthalt davon abgehalten wird? Zu denken wäre auch an die Schwangerschaft und die Elternzeit sowie an den Wehrdienst. Rechtlich gilt, dass der Arbeitsvertrag für diese Dauer ruht, der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer den darin vereinbarten Hauptpflichten also nicht nachkommen. Davon wiederum ist auch die Zahlung des Weihnachtsgeldes betroffen. Wird dieses als Äquivalent zum Lohn angesehen, auf den kein Anspruch besteht, so darf auch die Gratifikation nicht beansprucht werden.

Muss jedem Angestellten das Weihnachtsgeld ausbezahlt werden?

Betriebe, deren Tarifvertrag eine Zusatzleistung am Jahresende vorsieht, sind nicht verpflichtet, jedem ihrer Mitarbeiter ein Weihnachtsgeld zu überweisen. Darauf kann verzichtet werden, wenn die Geldzahlung in einzelnen Arbeitsverträgen ausdrücklich ausgeschlossen wurde. Gleiches gilt für Angestellte, die bereits über ein besonders hohes Gehalt verfügen oder die einen leistungsabhängigen Vertrag mit vereinbarten Prämien besitzen. Ebenso ist es möglich, das Weihnachtsgeld nur dann zu bezahlen, wenn der Mitarbeiter bereits eine bestimmte Dauer in dem Betrieb angestellt ist, er aus Treue zu dem Unternehmen nun also mit der Gratifikation einen geldwerten Dank erhält. Hat er seinen Vertrag erst vor wenigen Monaten unterschrieben, besitzt er auf die Zahlung kein Anrecht.