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Ein Kassenpatient, so sagt man, ist gegenüber einem Privatpatient oft im Nachteil. Ob das wirklich stimmt und welche Möglichkeiten sich für gesetzlich Versicherte ergeben und welche Rolle Bewertungsportale bei der Arztsuche spielen, erfahren Sie hier.

 

Zu welchen Ärzten kann ich gehen?

Entgegen landläufiger Ansichten kann man als Kassenpatient zu fast allen Ärzten gehen. Sollte ein Notfall vorliegen, gibt es ohnehin keine Einschränkungen mehr. Hier ist auch ein Privatarzt verpflichtet, Hilfe zu leisten. Es kann Ihnen aber auch bei einem „normalen Arzt“ passieren, dass Sie als Kassenpatient länger auf einen Termin warten müssen. Das hat nichts mit Diskriminierung oder Bevorzugung zu tun. Vielmehr ist es so, dass jeder Arzt als Dienstleister für beide Patientengruppen festgelegte Zeitkontingente besitzt. Ist das Kontingent für gesetzlich Versicherte ausgeschöpft, resultiert dies in längeren Wartezeiten. Bei Hausärzten tritt dieses Problem selten auf. Im Gegenzug kann es bei Fachärzten oft Wochen dauern, bis man an der Reihe ist. In Einzelfällen wie beispielsweise der Psychotherapie oft auch wesentlich länger. In einem solchen Fall bleibt nur der Ausweg, bei anderen Ärzten anzufragen und dort auf eine schnellere Behandlung zu hoffen.

 

Was bieten private Zusatzversicherungen?

Private Zusatzversicherungen runden Kassenpatient: Zu welchem Arzt kann ich gehen?das Leistungsangebot der Gesetzlichen Krankenkassen ab. Sie stellen somit einen interessanten Weg dar, zumindest teilweise in den Genuss der Vorteile eines Privatpatienten zu kommen. In solchen Fällen werden dann die anfallenden Arztkosten ganz oder teilweise über einen privaten Versicherer gedeckt. Wie bei Privatpatienten ist die Antragsstellung mit Gesundheitsfragen verbunden. Diese müssen unbedingt wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Typische Bereiche, in denen die Behandlungskosten über Zusatzversicherungen bezahlt werden sind:

  • Sehhilfen (Kontaktlinsen und Brillen)
  • Behandlungen durch Heilpraktiker
  • Zahnersatz und Kieferorthopädie

Gerade beim Zahnersatz lohnt es sich, die Angebote genau zu prüfen. Gibt ein Versicherer beispielsweise an, 30 Prozent der Kosten für Kronen zu übernehmen, sagt das noch nicht viel aus. Es ist wichtig hier genau darauf zu achten, ob es sich dabei um 30 Prozent der Gesamtkosten oder der Restkosten handelt.

 

Ist die Arztsuche im Internet sinnvoll?

Wenn Sie Ihren Arzt im Internet suchen, bietet Ihnen dies einige Vorteile. Im Gegensatz zum gedruckten Telefonbuch finden Sie hier meist Fotos aus den Praxen sowie nähere Informationen zu den einzelnen Ärzten. Dies können Lebensläufe aber auch Spezialisierungen sein. Im Gegensatz zum Telefonbuch aus Papier ist das Internet zudem tagesaktuell. Daneben sollte man nicht übersehen, dass persönliche Empfehlungen nach wie vor sehr hilfreich sein können. Ein Vorteil, den das Internet auf den ersten Blick nicht bietet. Bei einem näheren Blick findet man dies aber dort auch. In Form persönlicher Bewertungen, die anderen Menschen hinterlassen haben. Suchen Sie Ihren Facharzt also direkt über Marktplatz Mittelstand.

 

Sind Arztbewertungen hilfreich?

Bewertungen von Ärzten im Internet können äußerst hilfreich sein. Man sollte dabei aber beachten, dass diese Bewertungen nicht rein objektiv sind, sondern meist Interpretationsspielraum lassen. So kann ein volles Wartezimmer dafür sorgen, dass man länger warten muss (und somit eine negative Bewertung mit sich bringen). Umgekehrt kann es aber auch bedeuten, dass so viele Patienten hier sind, weil der Arzt sehr gute Arbeit leistet. Auch reagieren manche Patienten sehr aggressiv, wenn sie unschöne Diagnosen erhalten. Im Gegenzug wird ein Arzt nicht besser, weil er einem Patienten sagt, dass alles in Ordnung ist.

 

Warum man Ärzte im Internet bewerten sollte

Kassenpatient: Bewertungen im Internet sind sinnvollWenn Sie im Internet Bewertungen von Arztpraxen hinterlassen, helfen Sie anderen Menschen dabei, den für sie passenden Arzt zu finden. Dabei sollten Sie sich darauf konzentrieren, den Lesern genaue Eindrücke zu vermitteln. „Das Wartezimmer ist schön“ klingt zwar gut, stellt aber keine allzu große Hilfe dar. Besser wäre: „Im Wartezimmer gibt es eine Spielecke für Kinder. Außerdem war mein kleiner Sohn total fasziniert von dem großen Aquarium.“ Unfreundliche Sprechstundenhilfen sollten ebenso erwähnt werden wie Fachärzte, die Ihnen Diagnose und Behandlung nicht genau erklären und Sie irritiert nach Hause schicken. Ist das Personal freundlich, hat es eine positive Erwähnung verdient. Gleiches gilt für den Arzt, der Ihnen alles erklärt und dabei darauf achtet, dass Sie auch verstehen, was er meint.

 

Die persönliche Ebene spielt eine große Rolle

Die Wahl eines Arztes hat auch immer mit Vertrauen zu tun. Ein Thema, das gerade bei Frauenärzten eine große Rolle spielt. Aber auch Männer werden bei der Wahl des Urologen mit der Frage konfrontiert, wie wohl sie sich mit dem jeweiligen Arzt fühlen. Grundsätzlich bedeutet ein Arztbesuch nicht nur, dass man körperlich berührt wird und dabei oft nackt ist. Es geht auch darum, einer fremden Person sehr intime Dinge mitzuteilen. Das muss nicht unbedingt ein psychologisches Problem sein, auch ein Hautausschlag oder Potenzstörungen lassen sich leichter mitteilen, wenn man sich in guten Händen fühlt.