Eine Neuigkeit von Ing. Büro Frh. von Haxthausen

Altbau, kein Recht auf nachträgliche Wärmedämmung von Aussenwänden

In einer aktuellen Urteilsverkündung des BGH vom 5.12.2018 wurde in einem Streitfall (VIII ZR 271/17 und VIII ZR 67/18) im Grundsatz entschieden, dass es für einen Mieter zumutbar ist, täglich durch 2 – 3 maliges Stoßlüften, der Schimmelpilzbildung an Außenwänden von (Wohn)-Räumen entgegenzuwirken.
Durch diese Lüftungsmaßnahme, so der zuständige Gerichtsgutachter, sollen schädliche Luft- und Bauteilfeuchten an Außenwandoberflächen vermieden werden und einer Schimmelpilzbildung entgegenstehen.
Grundlage dieser Lüftungsmaßnahme ist jedoch, ein im Sinne der Wärmeschutzanforderung zum Erstellungszeitraum des Gebäudes, fachgerechte Bauwerksausführung.
Nach Senatsmeinung, ist grundsätzlich der bei der Errichtung des Gebäudes geltende Maßstab anzulegen.
Da bei Gebäuden der 70 er Jahre keine Verpflichtung bestand eine Wärmedämmung einzubauen, entspricht dies dem üblichen Bauzustand dieser Zeit.
Ein Mieter sollte daher davon ausgehen, dass die von Ihm angemieteten Räume keinen besseren Standard als vergleichbare Wohnungen aufweisen muß.
Soweit die aktuelle Rechtsprechung. Hintergrund, man möchte Vermietern nicht eine kostspielige Sanierung zumuten!
Legt man, als Bewertungsmaßstab die maximal zulässigen Raumluftfeuchte während des Winterhalbjahres zugrunde, so ist die rechnerisch zulässige Raumluftfeuchte bei den betreffenden, ungedämmten Wandkonstruktionen von Altbauten bei ca. 35 – 40% rel. Raumluftfeuchte. Gemessen in Raummitte bei einer Höhe von ca. 1 – 1,5 über dem Fußboden.
Gerade bei Erdgeschosswohnungen stellen sich dann entlang der unteren horizontalen Aussenwand-Sockellinie „kuschelige“ 7 – 10° Celsius ein.
Ein Argument für Winterstiefel in der Wohnung!
In Wandaußenecken der oberen Raumecken können auch schon mal Temperaturen von 5-6° Celsius erwartet werden.
Meine Empfehlung für die Mieter, bitte gut überlegen ob man die Altbauwohnung unter diesen Voraussetzungen nehmen möchte.
Meine Empfehlung für Vermieter, den Einbau einer zeitgemäßen Wärmedämmung, oder einer Sockelheizung entlang der Außenwand, um dem kalten Bauteil gezielt Wärme zuzuführen. Diese Massnahme ist sehr effektiv, kostet wenig Geld und steigert den Heizverbrauch kaum merklich.
Im Übrigen ist eine Fußbodenheizung sicherlich die effektivste und angenehmste Lösung zur Schimmelpilzvermeidung bei Altbauten. Jedoch auch eine teure (re) Lösung.
Liegen Wohnräume im Untergeschoss, ist eine Fußbodenheizung jedoch obligatorisch und mit sehr geringen Bodenaufbauten zu bewerkstelligen.
Wenn wir Sie zu den oben genannten Themen unterstützen sollen, sprechen Sie uns gerne an. Besuchen Sie uns auch auf www.muenchen-bausachverstaendiger.de.
Meine Kontaktdaten für interessierte Bauherren: Tel.-Nr.: +49 8106 995252 Mobil: +49 178 2635561 Mail: ib-von-haxthausen@t-online.de www.muenchen-bausachverstaendiger.de

Erstellt am 20.12.2018 von

Unsere Website verwendet Cookies. Nähere Informationen, auch dazu, wie Sie das künftig verhindern können, finden Sie hier: Informationen zum Datenschutz

Hinweis verbergen