Eine Neuigkeit von Ing. Büro Frh. von Haxthausen

Calciumsilikatplatten als Universalmittel gegen Schimmel?

Hauptsächlich bei älteren Gebäuden treten seit einiger Zeit vermehrt sichtbare Schimmelpilzbildungen an Aussenwandflächen, Fensterlaibungen und Wandecken auf.
Überwiegend handelt es sich hier nur um einen sichtbaren Teil der befallenen Flächen. Die nicht sichtbaren Befallsflächen sind oftmals hinter Einbauschränken und in der Bodenbelagsebene verdeckt. Tritt dieser Befall auf werden in der Regel relativ schnell und ohne technische Analyse Abhilfemaßnahmen beschlossen. Ein probates und gerne angewandtes Mittel ist das Anbringen von Calciumsilikatplatten in diesem Teilbereich. Damit ist gemeint, dass die vormals durch Schimmelpilz belastete Fläche bis auf den Grundputz freigelegt wird, die Flächen fungizid (Pilztötend) behandelt werden und dann die Calciumsilicatplatten flächig auf diesen Bereich verklebt werden. Es soll damit eine diffusionsoffene und damit trocknende und leicht wärmedämmende Schicht eingebaut werden. Zusätzlich ist eine Calciumsilicatplatte für zukünftigen Schimmelangriff wenig „schmackhaft“. Soweit so gut! Es müssen jedoch auch die bauphysikalischen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Damit kann hier einiges falsch gemacht werden! So ist es sinnfrei unbeheizte und unbelüftete Wandflächen oder Wandecken mit Calciumsilikatplatten zu belegen. Genauso sinnfrei ist es nach Einbau dieser Platten auf eine notwendige Wohnraumbelüftung zu verzichten, oder noch schlimmer diese so behandelten Räume weiterhin als Räume zum Wäschetrocknen oder als unbeheiztes Schlafzimmer zu nutzen. Es gilt nach wie vor: Jeder Raum ist eigenständig zu beheizen und zu belüften.
Berücksichtigt man heutige Nutzungsgewohnheiten in unseren Schlafzimmern, so sind dort nahezu ganzjährig hohe Raumluftfeuchten anzutreffen. Gerade die tieferen Raumtemperaturen führen dabei physikalisch zu hohen Raumluftfeuchten (kalte Luft kann weniger Feuchte aufnehmen. Daher steigt die relative Raumluftfeuchte). Ein Paradies für Schimmelpilze und für Milben. Als eine erste Massnahme sollte, über einen längeren Zeitraum (> 4 Wochen) eine Raumluftfeuchte von unter 50% angestrebt werden. Um dies zu erreichen ist gleichzeitig eine Raumtemperatur von ca. 19° erforderlich. UND KEIN WÄSCHETROCKNEN IN DEN WOHNRÄUMEN! Dabei ist eine Wandinnenoberflächentemperatur an Aussenwänden oberhalb von 13,5° Celsius zwingend anzustreben. Hier sollten dauerhaft und gut sichtbar Thermohygrometer fest installiert werden. Diese permanente Kontrolle der Temperatur und der Luftfeuchte gilt insbesondere auch für Flächen, die durch Calciumsilikatplatten abgedeckt sind und insbesondere auch hinter Schrankflächen! Aus diesem Grund ist eine besondere ingenieurmässige Beratung dieser Massnahme zur zukünftigen Nutzungen des Raumes erforderlich. Weiter sind zusätzliche Abhilfemassnahmen, im Hinblick auf Heizen und Lüften erforderlich, um eine zukünftige und dauerhafte Schimmelpilzfreiheit zu gewährleisten. Um die Wirkungsweise der Calciumsilikatplatten überhaupt dauerhaft zu gewährleisten, dürfen auch nur (jetzt und in aller Zukunft) ausgewählte diffusionsoffene Anstriche mit einem geringen Latexanteil verwendet werden. Wenn wir Sie hierzu unterstützen sollen sprechen Sie uns gerne an.
Besuchen Sie uns auch auf www.muenchen-bausachverstaendiger.de.
Meine Kontaktdaten für interessierte Bauherren: Tel.-Nr.: +49 8106 995252 Mobil: +49 178 2635561 Mail: ib-von-haxthausen@t-online.de www.muenchen-bausachverstaendiger.de

Erstellt am 10.12.2018 von

Unsere Website verwendet Cookies. Nähere Informationen, auch dazu, wie Sie das künftig verhindern können, finden Sie hier: Informationen zum Datenschutz

Hinweis verbergen