Die geringfügige Beschäftigung - Rentenversicherungspflichtig- oder Freiheit zur Rentenversicherung? von

am 01.12.2013

Seit dem 01.01.2013 wurden die geringfügigen Beschäftigungen rentenversicherungspflichtig. Dennoch kann man sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Doch ist das eine sinnvolle Alternative um Kosten zur sparen oder spart man an der falschen Stelle?

Die eingeführte Rentenversicherungspflicht für geringfügige Beschäftigungen ist erst mal ein guter Ansatz. Viele wissen nicht, welche Vorteile die Versicherungspflicht hat. Hier einmal eine Übersicht:
- Durch die Rentenversicherungspflicht werden vollwertige Pflichtbeiträge in die Rentenkasse eingezahlt. Dadurch erhält oder erwirbt man einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrenten.
- Durch die Pflichtbeiträge erhält oder erwirbt man einen Anspruch auf Leistungen zur Teilhabe (berufliche oder medizinische Rehabilitationen).
- Durch die Pflichtbeiträge erhöht man deutlich seine Rentenansprüche.
- Im Gegensatz zur Versicherungsfreiheit bei einer geringfügigen Beschäftigung werden die Zeiten der Versicherungspflicht voll bewertet. Das hat zum Vorteil, dass man die Voraussetzungen für vorgezogene Altersrenten erwirbt, auf die man sonst niemals einen Anspruch hätte.
- es sind aus einer geringfügigen Beschäftigung verhältnismäßig sehr geringe Beiträge zu zahlen. Die Beitragshöhe liegt momentan bei 3,9 %, die restlichen 15 % muss der Arbeitgeber zahlen. Im Gegensatz dazu hätte man bei einer "normalen" rentenversicherungspflichtigen Beschäftigung 9,45 % Beiträge zu zahlen.

Aber Vorsicht! Es gibt nicht nur Vorteile. Es ist zwar einerseits gut, dass Pflichtbeiträge in die Rentenkasse gezahlt werden, andererseits kann es trotzdem zu geringeren Rentenansprüchen führen.

Auch wenn es sich merkwürdig anhört, aber es kann sein, dass ich mehr einzahle und hinterher weniger Rente bekomme.
Dieses Risiko trifft vor allem viele Personen, die lange Anrechnungszeiten in ihrem Rentenverlauf haben. Anrechnungszeiten können zum Beispiel Zeiten vom Arbeitslosengeld-II-Bezug sein, Krankheitszeiten in den man kein Krankengeld erhalten hat oder auch Ausbildungszeiten. Dass gleiche gilt für Zurechnungszeiten. Das sind Zeiten, die mir im Falle einer Erwerbsminderung bis zum 60. Lebensjahr gutgeschrieben werden. Denn diese Anrechnungszeiten und Zurechnungszeiten erhalten bei der Rentenberechnung auch ohne Beitragszahlungen Rentenpunkte. Die Höhe richtet sich nach den durchschnittlichen Rentenpunkten im Erwerbsleben. Durch eine rentenversicherungspflichtige geringfügige Beschäftigung kommen nur wenig Rentenpunkte auf mein Rentenkonto. Das bedeutet, dass diese Beschäftigung in den meisten Fällen den Durchschnitt meiner Rentenpunkte senkt und dazu führt, dass die Anrechnungszeiten oder Zurechnungszeiten schlechter bewertet werden.

Daher ist es wichtig sich richtig zu informieren, ob man sich bei einer geringfügigen Beschäftigung mit der Rentenversicherungspflicht besser steht oder ob man darauf verzichten sollte. Hierbei sollte der bisherige Versicherungsverlauf geklärt werden und von einem Rentenberater beurteilt werden, was zu tun ist. Denn sonst spart man sehr schnell an der falschen Stelle!

Auch für diese Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

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