Sogenannte Soft Skills gehören in der modernen Arbeitswelt wie selbstverständlich zu dem Anforderungsprofil bei Neueinstellungen. Konflikt- und Kritikfähigkeit sind ganz vorne dabei, wenn es darum geht, Personal zu rekrutieren, das sich besonders gut für die Arbeit im Team einsetzen lässt. Erfahrungswerte belegen jedoch, dass es in alltäglichen Situationen häufig gerade an diesen beiden Skills mangelt. Welche Folgen diese Tatsache mit sich bringen kann und welche Möglichkeiten es gibt, Ihre persönliche Kritik- und Konfliktfähigkeit zu optimieren, sind nur einige der Fragen, die in den folgenden Absätzen zur Sprache kommen sollen.

Konflikt- und Kritikverhalten auf höchstem Niveau: der Schlüssel zum Unternehmenserfolg

Vielleicht erscheint diese Headline auf den ersten Blick übertrieben. Nach gründlicher Reflektion werden Sie jedoch feststellen, dass hier tatsächlich der Grundstein für den Aufstieg oder das Scheitern eines Unternehmens gelegt wird. Stellen Sie sich einmal ein Szenario vor, das ein Defizit an Kritikfähigkeit aufweist. Anstatt sich konstruktiv mit einem kritischen Feedback auseinanderzusetzen und dieses für die Optimierung der eigenen Arbeitsweise zu nutzen, nimmt die kritisierte Person eine defensive Haltung ein und zieht sich zurück. Somit bringt sie auf diese Weise den gesamten Arbeitsprozess zum Stagnieren. Vergleichbares geschieht bei einem Mangel an Konfliktfähigkeit. Denn entweder führen Streitigkeiten zu offener Konfrontation oder zu stiller Feindseligkeit. Diese kann sich unter anderem darin äußern, dass wichtige Informationen, die für den Teamerfolg unabdingbar sind, vorenthalten werden.

In beiden Fällen besteht keine Aussicht auf eine Lösung, da diese von den beteiligten Parteien nicht gewünscht ist. Dass dieses Verhalten ein Aus für die Teamarbeit bedeutet, erklärt sich von selbst. Hängen Fortschritt und Entwicklung des Unternehmens jedoch von der harmonischen Zusammenarbeit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab, so können Defizite im Konflikt- und Kritikverhalten langfristig großen Schaden anrichten. Wir leben in einer Zeit, in der Teamgeist in Form einer lösungsorientierten Kommunikation als Herzstück eines Unternehmens gesehen wird. Folglich sind wirksame Maßnahmen gefragt, um diese zu optimieren. Außerdem kann so ein reibungsloses und auf den Unternehmenserfolg ausgerichtetes Arbeiten garantiert werden.

Das richtige Maß zwischen Kritikfähigkeit und Zielstrebigkeit

Die richtige Balance zwischen Kritikfähigkeit und Zielstrebigkeit ist wichtig.Haben Sie sich auf beruflicher Ebene ambitionierte Ziele gesteckt, so kann ein Zuviel an Kritikfähigkeit wiederum dazu führen, dass Sie die Ansprüche und Erwartungen Dritter wichtiger nehmen, als Ihren persönlichen Erfolg. Hier gilt es also, eingehend zu prüfen, ob die Kritik berechtigt ist. Idealerweise untersuchen Sie den bemängelten Bereich gründlich und testen, ob hier tatsächlich Verbesserungen gefragt sind. Diese sollten Sie auf dem Weg zum gewünschten Ziel unterstützen. Erweisen sich diese nicht als zwingend erforderlich, um Fortschritt und Entwicklung Ihres Unternehmens sicherzustellen, so bleibt es Ihnen überlassen, eine Kosten-Nutzung-Rechnung anzustellen. Diese zeigt Ihnen auf, ob der Aufwand für eine Änderung gerechtfertigt ist.

Kritikfähigkeit bedeutet folglich nicht zwangsläufig, dass Sie alle vorgebrachten negativen Rückmeldungen akzeptieren. Vielmehr sollten Sie sich dabei an Ihrem eigenen Zielsetzungsmodell orientieren. Außerdem sollte jedes Feedback auf seine Relevanz für Ihren Erfolg hin überprüft werden. Eine grundsätzliche Offenheit und Bereitschaft, postitive und negative Rückmeldungen entgegen zu nehmen und gegebenenfalls im Rahmen zukünftiger Arbeitsprozesse zu berücksichtigen: So sieht kurz und knapp eine harmonische Kombination aus Kritikfähigkeit und Zielstrebigkeit aus.

Strategien zur Optimierung Ihrer Kritik- und Konfliktfähigkeit im Diskurs

Um Ihr Konfliktverhalten nachhaltig zu verbessern, sollten Sie im Vorfeld einige Grundüberlegungen anstellen. Reflektieren Sie in einem ersten Schritt über die potentiellen Wurzeln in Form von unvorteilhaften Denkmustern oder Verhaltensstrategien. Perfektion, Angst vor Veränderung, Konkurrenzdenken, Konformismus, Narzissmus, Projektion und Autoritätsfixierung sind nur einige Beispiele. Haben Sie Ihr ganz persönliches Hindernis zu einem optimalen Konfliktverhalten entdeckt, so gilt es, das jeweilige Glaubenssystem bzw. die jeweilige Verhaltensweise abzulegen.

Kontrollieren Sie den Ausgang eines KonfliktsIn einem zweiten Schritt ist die Entwicklung der sogenannten Konfliktintelligenz gefragt. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als Ihre Fähigkeit, Konflikte bewusst wahrzunehmen, sie zu analysieren und das persönliche Konfliktverhalten herauszufiltern. Damit wird eventuell auftretenden Gefühlen von Ohnmacht und Fremdbestimmung entgegengewirkt, denen wiederum kindische Reaktionen wie Trotz, Scham, der Wunsch nach Vergeltung und andere zugrundeliegen. Wer aktiv und konstruktiv streitet, hat hingegen die Kontrolle sowohl über den Verlauf als auch den Ausgang des Konfliktes. In diesem Zusammenhang darf natürlich die Kunst, Nein zu sagen, nicht unerwähnt bleiben. Lernen Sie, Ihren Standpunkt bzw. Ihr ‚Nein‘ zu vertreten, indem Sie beispielsweise Statements aus den Medien widersprechen.

Als letzter Punkt zum Thema ‚Strategien, die sich positiv auf Ihr Konflikt- und Kritikverhalten auswirken‘, sind Atem- und Entspannungsübungen zu nennen. Diese helfen Ihnen, selbst in Stresssituationen weder die Ruhe noch den Fokus zu verlieren.