Moderne Unternehmen entdecken immer neue Methoden, Produkte und Dienstleistungen on- und offline zu bewerben. Ein wichtiges Marketinginstrument, das erst mit der flächendeckenden Verbreitung des Internets effektiv nutzbar wurde, ist das Influencer Marketing. Was das genau ist und wie Unternehmen davon profitieren, lesen Sie in diesem Artikel.

Was ist Influencer Marketing?

Der englische Influencer würde im Deutschen in etwa einem „Beeinflusser“ entsprechen. Grundlage dieser Marketingvariante ist die profitable Nutzung vom Einfluss und der Reichweite bestimmter Personen (oder Gruppen). Prinzipiell gesehen ist auch der Fernseher ein Influencer: Werbung, die dort ausgestrahlt wird, erreicht die Zielgruppe und beeinflusst diese so, dass sie etwa ein neues Waschmittel kauft.

Die klassischen Medien leiden jedoch unter einem Vertrauensproblem: Selbstverständlich stellen Unternehmen ihre eigenen Produkte und Dienstleistungen in einem bestmöglichen Licht dar. Eine kritische Auseinandersetzung mit einem Waschmittel, das noch zehn Mal weißer als komplett Weiß wäscht, ist nicht zu erwarten – und genau dort kommen die neuen Influencer ins Spiel.

Der moderne Influencer

Heutige effektive Influencer sind Blogger, bekannte Personen in sozialen Netzwerken, erfolgreiche YouTuber und ähnliche Personen. Sie bringen in der Regel ein hohes Fachwissen in einem bestimmten Bereich mit oder bieten eine für die Zielgruppe attraktive Persönlichkeit – oder beides.

Bekannte Personen sind hilfreich für gutes Influencer MarketingEin konkretes Beispiel aus der Kosmetikbranche zeigt, wie Influencer Marketing aussehen könnte:

  1. Sie stellen in Ihrem Unternehmen Kosmetikprodukte her. Diese möchten Sie genau zur Zielgruppe transportieren und die Vorteile sowohl anschaulich als auch glaubhaft(!) darbringen.
  2. Anschließend informieren Sie sich über bekannte Persönlichkeiten bei YouTube, die regelmäßig Kosmetikprodukte vorstellen und testen (branchenbedingt sind es in diesem Beispiel meist junge Frauen).
  3. Sie treten mit der Person in Kontakt und vereinbaren einen Produkttest. Anschließend senden Sie ein Paket aktueller Produkte zum YouTuber (sprich: Influencer) und lassen diese Person den Content produzieren.
  4. Das fertige Video inklusive Vorstellung Ihrer Produkte wird auf YouTube zu sehen sein und Sie erhalten (sehr kostengünstige) Werbung.

Sie könnten diese Inhalte auch selbst produzieren? Stimmt. Aber eine entscheidende Eigenschaft fehlt Ihnen: Glaubwürdigkeit.

Die Zielgruppe im Blick

Vorteile des Influencer Marketings fallen umfassend aus: Zuerst müssen Sie bedenken, dass die Leser des Blogs oder auch die Zuschauer bei YouTube fast zu 100 % deckungsgleich mit Ihrer Zielgruppe sind. Fernsehwerbung präsentieren Sie auch Menschen, die mit Ihrem Produkt nichts zu tun haben möchten. Millionen von Menschen sehen vielleicht den Werbespot, aber nur ein Bruchteil ist auch am Produkt interessiert.

Bei einem Blog oder YouTube-Video ist das anders. Personen, die diese Videos schauen oder Blog-Beiträge lesen, bringen ohnehin ein Grundinteresse an Ihren Produkten mit. Hi-Fi-Artikel, die Sie auf einem Hi-Fi-Blog vorstellen lassen, werden die Zielgruppe exakt treffen.

Weiterhin besteht ein hohes Maß an Vertrauen zum Influencer: Nicht selten geht es um Leser und Zuschauer, die dem Influencer bereits seit Monaten oder Jahren die Treue halten. Es handelt sich um einen typischen „Freund von nebenan“, der sehr viel mehr Glaubwürdigkeit besitzt als ein vergleichsweise anonymes Unternehmen, über das die Zielgruppe nur sehr wenige Informationen besitzt.

Influencer als Markenbotschafter

Insgesamt lässt sich also festhalten, dass die Influencer den Entscheidungsprozess potenzieller Neu- und Bestandskunden positiv beeinflussen sollen. Durch die hohe Glaubwürdigkeit dieser Personen entsteht direkt eine positive Grundeinstellung gegenüber Ihrer Marke. Die dort anvisierten Kunden werden den Meinungen und Empfehlungen der Influencer vertrauen.

Zusätzlich handelt es sich um eine recht kostengünstige Methode, Werbung zu machen. Videos müssen Sie nicht selbst produzieren, Blogbeiträge werden vom Influencer verfasst. Eine gewisse Absprache ist zwar notwendig, ein hoher monetärer Aufwand entsteht dadurch aber nicht. Auch kleinere Unternehmen mit vergleichsweise unbekannten Marken können Influencer Marketing daher ins Portfolio der Werbeinstrumente aufnehmen.

Der Weg zum Influencer Marketing

Erfahrung ist im Influencer Marketing sehr hilfreichEinfach „mal YouTube machen“ wird nicht funktionieren. In Unternehmen sollte eine Strategie für das geplante Influencer Marketing entstehen. Eine Zielgruppendefinition ist dabei der Anfang. Anschließend folgt eine Recherche über aktuelle, möglichst beliebte Influencer. Diese sollten in gewisser Weise auch die Persönlichkeit des Unternehmens und der anderen Werbeinstrumente widerspiegeln. Treten Sie dann an diese Personen heran und fragen Sie, ob Interesse an einer Zusammenarbeit besteht.

Verzichtbar ist Influencer Marketing heute kaum noch: 92 % der Konsumenten vertrauen Empfehlungen echter Menschen (auch ohne persönliche Bekanntschaft mit dieser Person). 70 % hingegen vertrauen Online-Empfehlungen, worunter auch die Meinungen von Influencern fallen, eher als der Werbung von Unternehmen in klassischen Medien. Wer langfristigen Erfolg sucht, sollte Influencer Marketing daher schnellstmöglich in die eigene Werbestrategie implementieren.