Beim Stichwort „Home-Office“ geraten viele Menschen ins Schwärmen. Sie denken an Unabhängigkeit, Flexibilität und mehr freie Zeit. Grundsätzlich stimmt das auch. Die Arbeit 4.0 bietet jedoch einige Fallstricke, die es im Vorhinein zu bedenken gilt. Dieser Beitrag zeigt unterschiedliche Modelle der Heimarbeit und beleuchtet ihre Vor- und Nachteile.

So funktioniert das Arbeiten von Zuhause

Grob betrachtet existieren drei Varianten der Heimarbeit:

1. Homeoffice
2. alternierende Telearbeit
3. mobile Telearbeit

Diese drei Modelle werden von unterschiedlichen Berufsgruppen zu verschiedenen Zwecken genutzt.

1. Das Homeoffice als Arbeitsplatz

… für Selbstständige und Freiberufler

Diese Form der Heimarbeit nutzen überwiegend Freiberufler und Selbstständige. Das heimische Büro oder der Arbeitsplatz am Küchentisch ist dabei der Hauptarbeitsplatz. Der Telearbeiter ist über Internet und Telefon mit Kunden und Kollegen verbunden. Natürlich kann ein Kontakt auch persönlich erfolgen – die überwiegende Zeit verbringt der Selbstständige jedoch vor dem Computer.

Um der Vereinsamung vorzubeugen haben sich in den Großstädten bereits sogenannte Coworking-Spaces etabliert, wo Freelancer zum Beispiel ein Tagesticket kaufen und die gebotene Infrastruktur nutzen. Je nach Ort und Tarif kann er dort Highspeed-Internet, Fax und Kopiergeräte, Einzel- oder Gruppenarbeitsplätze, Meetingräume und sogar ein Catering nutzen. Für Selbstständige mit Kind gibt es teilweise sogar Spielzimmer und Ruheräume.

Kreative Köpfe nutzen die Freiheit und verlegen ihren Arbeitsplatz an einen Ort, der ihre Fantasie beflügelt und ihnen hilft, sich gut zu konzentrieren. Ein schattiger Platz im Garten oder ein abgelegener Fleck in der freien Natur stehen ganz oben auf der Hitliste.

… für Angestellte

Für Frauen mit Kind oder alleinerziehende Väter ist die Arbeit im Home-Office eine ideale Möglichkeit, um Familie und Beruf zu vereinbaren. Hier bedarf es jedoch eines großen Vertrauens von beiden Seiten. Der Arbeitgeber und die Kollegen müssen sich darauf verlassen können, dass der Mitarbeiter seine Fristen und Termine zuverlässig einhält. Auch in puncto Arbeitszeit und Datenschutz ist eine belastbare Vertrauensbasis unabdingbar.

Bei Eltern von kleinen Kindern kann es natürlich vorkommen, dass während eines Telefonats plötzlich Babygeschrei im Hintergrund ertönt. Nicht jeder Chef oder Kunde bringt die dafür notwendige Toleranz mit.

Reine Heimarbeitsplätze werden überwiegend an Teilzeitmitarbeiter vergeben. Ausnahmen sind zum Beispiel Dienstleistungen von Callcentern oder Kundenbetreuern. Die Deutsche Telekom ist ein Unternehmen, das den Großteil der Kundengespräche über Telearbeitsplätze abwickelt.

Heimarbeit ermöglicht freieres ArbeitenUnabhängig vom Arbeitsverhältnis liegen die Vorteile auf der Hand: Arbeits- und Pausenzeiten können flexibel gestaltet werden und lästiges Pendeln entfällt. An heißen Tagen ist es möglich, im Lieblings-Schlabber-Shirt vor dem Bildschirm zu sitzen, anstatt im Business-Look zu schwitzen. Auf der anderen Seite erfordert diese Art des Arbeitens ein hohes Maß an Disziplin. Wer zu Prokrastination neigt, für den ist ein klassischer Schreibtisch im Großraumbüro die bessere Lösung.

2. alternierende Telearbeit

Dieser Ausdruck steht für ein Arbeitsmodell, das aus Tagen der Heimarbeit und Präsenzzeiten im Unternehmen besteht. Führungskräfte, deren Arbeit- und Wohnort sehr weit auseinanderliegen können Zeit und Ressourcen sparen, wenn sie tageweise von Zuhause aus arbeiten.

Dieses Arrangement erfordert von Seiten des Arbeitgebers ein paar Investitionen: Die Vorschriften zur Sicherheit am Arbeitsplatz gelten auch am heimischen Schreibtisch. Ergonomische Möbel, aktuelle technische Ausstattung und auch die Beleuchtung müssen die gesetzlichen Vorgaben erfüllen, was natürlich ebenso für Angestellte im Home-Office gilt. Bei alternierender Telearbeit muss das Unternehmen meist zwei Arbeitsplätze ausstatten: Zuhause und in der Firma.

3. mobile Telearbeit

Die mobile Telearbeit nutzen üblicherweise Angestellte im Außendienst: Versicherungsvertreter, Kundenberater oder Techniker nutzen die Technik, um zum Beispiel in der Wohnung des Kunden oder im Dienstauto auf das Intranet ihres Arbeitgebers zuzugreifen. Dabei werden auch sensible Daten verarbeitet, weshalb der Datenschutz und das Vertrauen in den Mitarbeiter wichtige Themen sind. Der mobile Telearbeiter muss besonders sorgfältig und diszipliniert mit den ihm anvertrauten Daten umgehen, da er seinen Aufenthaltsort ständig wechselt.

Wie sehen aktuelle Entwicklungen zum Thema Heimarbeit aus?

Heimarbeit: aktueller Trend mit TückenNach jedem Hype folgt die Ernüchterung. Bis vor kurzem galt das Home-Office als trendige und moderne Art, die Möglichkeiten der digitalen Arbeitswelt zu nutzen. Wie jede Welle der Begeisterung weicht auch in diesem Fall die nüchtern-realistische Betrachtung der vorangehenden Euphorie. Sehr schön beschreibt die FAZ diese Entwicklung in einem aktuellen Beitrag, den Sie hier finden können. Und auch die WELT berichtet von den Schattenseiten der Telearbeiter. Wenn Sie dieses Thema weiter interessiert, dann werden Sie hier zum ausführlichen Artikel weitergeleitet.

FAZIT: Letztendlich muss der Einzelne zusammen mit Kollegen und Vorgesetzten entscheiden, ob und in welchem Rahmen das Thema Heimarbeit für ihn in Frage kommt, denn wie überall gilt: Vorteile und potenziellen Negativaspekte müssen gegeneinander abgewägt werden.